Deutsche Grammatik: abt. Lautlehre

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Page vi - Beste verdanke, und dass die, welche die grammatische Forschung der letzten zwanzig Jahre verfolgt haben, kaum etwas finden werden, das sie nicht wüssten; aber vielleicht wird auch diesen die Zusammenstellung brauchbar sein. Einen guten Dienst hoffe ich den Jüngeren, die sich mit den Ergebnissen der historischen Grammatik bekannt machen wollen, geleistet zu haben. Den Plan habe ich ausgeführt, wie ich ihn ursprünglich entworfen hatte. Mein Ziel war, ein Lehrbuch der historischen Grammatik für...
Page 26 - Cousonanten, welche im Germanischen aus den idg. Verschlusslauten entstanden waren, geraten im Hochdeutschen von neuem in Bewegung. Diese hochdeutsche Verschiebung ist besonders interessant und lehrreich, weil sie sich zum grossen Teil vor unsern Augen vollzieht und genauere Einsicht in die stätig fortschreitende Änderung der Consonanten und die sie regelnden Kräfte gewährt; zu so einfachen und gleichmässigen Ergebnissen wie die ältere Verschiebung führt sie nicht. Die Laute der verschiedenen...
Page 147 - F. de Saussure, Me'moire sur le systeme primitif des voyelles dans les langues indoeurope'ennes, Leipzig 1879, esp.
Page 26 - Anlaut der Stammsilbe. Der Beginn der Verschiebung fällt in die Zeit vom 5. bis 7. Jahrb. unserer Zeitrechnung und deshalb sind ihr auch viele romanische Lehnwörter, die bis zum 8. Jahrh. ins Deutsche aufgenommen sind, unterlegen. In Oberdeutschland zeigt sich die Bewegung zuerst; die Sprache der Langobarden, Baiern, Alemannen und eines Teiles der Franken wird von ihr ergriffen; je weiter nach Norden, um so schwächer wird die Wirkung1). Germ, p, t, k. 40. Die entschiedenste Umgestaltung haben...
Page 203 - Diphthonge ie, uo, üe zu i, a, и zusammengezogen wurden. Die beiden Vorgänge fügen sich so gut zu einander, dass man ursächlichen Zusammenhang vermuten möchte, doch hat ein solcher nicht stattgefunden.
Page 250 - Kunst- und Litteratnrsprache erkennt Unterschiede in den Vocalen der Flexionssilben nicht mehr an; nur der Diphthong iu hält sich noch als ü, alle ändern sind, so weit sie überhaupt erhalten sind, zu einem kurzen wenig charakteristischen Laut geworden, der gewöhnlich...
Page 307 - Die Fälle , in denen der Accent auf der Wurzelsilbe ruhte, waren schon unter dem alten Betonungsprincipe in der Majorität, und diese Betonungsweise griff dann in der germanischen Grundsprache um sich, indem die Wortformen, die den Accent auf der Endung hatten, ihn nach und nach auf die Wurzelsilbe zurückzogen
Page 259 - Sprachkünstlern schildert er auch solche, welche -alle wort einem jeden buchstaben nach aussprechen wollen .. wie neulich einer, welcher einer Jungfer mit diesen worten eines zubrachte: ich wollete von hertzenn gernn meiner vielgeliebten n jungfrauenn dieses kaleine galäseleinn mit weine zubringenn (s.
Page 26 - ... Umwandlung; stärker als in der früheren Verschiebung macht sich der Einfluss benachbarter Consonanten geltend, und vor allem der Einfluss des germanischen Accentes, insofern der Inlaut der Änderung mehr ausgesetzt ist als der Anlaut, dh der Anlaut der schwach betonten Silbe mehr als der stark articulierte Anlaut der Stammsilbe. Der Beginn der Verschiebung fällt in die Zeit vom 5. bis 7. Jahrb. unserer Zeitrechnung und deshalb sind ihr auch viele romanische Lehnwörter, die bis zum 8.

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