Ludwig Achim's von Arnim Sämmtliche Werke: Schaubühne. T. 1-2

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Page 22 - Mir war's, als schlug' mich mein schwerstes Roß. Q wäre der Liebe die Schwere genommen, Sie wäre so leicht zum Himmel gekommen. Kaiserin. Ich fühle mich freudig gen Himmel getragen, Dein Rücken mir scheinet ein himmlischer Wagen. Ritter. Ich fühle mich, wie ein Streiter munter, Es geht mir die Welt in den Röcken unter. Kaiserin. Der Kaiser hat mich nie so getragen, Ich möchte ihn von dem Throne verjagen. Der Eifersücht'ge ließ mich verschmachten, Den Kaiser muß ich von Herzen verachten.
Page 11 - Das Fett, das geben die Unterthanen, Die Verarmten stecken wir unter die Fahnen, Die müssen für's Vaterland billig bluten. Kaiser. Das Sterben erfreuet alle Guten. Kasper. Nun steht die Maschine uns eben recht, Hier sind die Würfel, sie fallen nicht schlecht, Sie zeigen uns eben recht viele Augen, Da werden die Gesetze zur Aufsicht taugen, Wie alle Steuern rasch einzutreiben, Daß kein Kreuzer in der Tasche kann bleiben. Was wollen wir diesmal die Leut
Page 50 - Sie gingen in die Maschine hinein, Der Himmel weiß, wo sie jetzt mögen sein. Ritter. Ihr Freunde nehmt die Regierungsmaschine, Sie hat vernichtet alles Freie und Kühne, Und werfet sie in das tiefe Meer, Damit uns kein unnütz Gesetz mehr beschwer, Dann leben wir hier wie im Paradies, Das uns der Hiinmel nach Leiden verhieß. 50 Kaiserin. In Deiner Lieb' ist mein Paradies, Wo mich sonst jede Freude verließ.
Page 13 - Gefährten, haltet Euch ganz still in dieser Bucht, Daß Ihr bereit zur Gegenwehr und Flucht, So führte mich die Liebe zum Rhabarberschloß, O Mißgeschick — mich trifft dein ganz Geschoß, Du triebst mich erst zu der Hypekakuana, Bis ich dies gelbbraun widerliche Schloß ersah, Und hier muß sie, die Zarte aller Zarten wohnen, So schrecklich will sich Edelmuth belohnen!
Page 12 - Kaiser. Finger? Die sollen auch wie Lichtputze bezahlen, Wir stempeln ein jedes Paar Finger mit Zahlen, Und setzen jedem einen Aufseher dabei, Daß im Gebrauche auch Ordnung sei, Daß kein Paar früher wird abgenutzt, Und daß das Volk nicht der Ordnung trutzt, Und über den Aufseher setzen wir zwei, Damit er thut seine Pflicht dabei. Kasper. Da können wir viele Leute anstellen, Da nehm...
Page 350 - In dieser Geschichte ist wenig Geschichtliches, man wird daher verzeihen, daß ich mir ein Stück: Otto der Schütz, dessen ich mich aus Catalogen wohl erinnere, nicht verschafft habe, um zu sehen, in wie fern meine Tragödie dadurch etwa überflüssig gemacht wäre; auch in diesem Frühling sind nicht zwei Blätter von ganz gleicher Gestalt gewachsen, und ich habe die Überzeugung, daß meine Arbeit nicht weniger frei und nothwendig in mir entstanden ist als irgend eine andre.
Page 217 - Auf, auf, auf, ihr Helden, waget Gut und Blut, Würget mit vereinten Kräften Babels Brut! Eure Feldposaunen, Trommeln und Kartaunen Lasset tönen und erwedcen Löwenmut.
Page 165 - Schlimmste ist, seit mir dein Bruder nicht mehr schrieb, da seh' ich auch in unsrer Küche einen kleinen grauen Mann, der geht nicht fort, bis ich mit einem Feuerbrand ihn werfe, da beißt er grimmig drein und schleichet untern Herd.
Page 45 - Kais« (steigt in die Maschine). Ich sage Euch meinen verbindlichsten Dank, Doch finde ich etwas enge den Gang. Teufel. Eure gute Braut mußte durch ein engeres Loch, Eh sie aus Eurem Schloß zur Freiheit kroch. Kasper. Der gnädige Kaiser mit seinem Bauch Verstopft mir den Gang, das ist kein Brauch. Teufel. Was brachst du ein Loch, die Kais'rin zu sehen, Jetzt mußt du länger im Dunkeln stehen.
Page 351 - Johanna (von der ich schon im zweiten Bande meiner Gräfin Dolores Proben gegeben habe), das sich aber unabhängig gemacht hat. Erst war es mein Vorsatz, die Johanna in dieser Schausvielsamm» lj5tt lung ganz abzudrucken, aber die Zeiten wurden inzwischen so ernst, daß ich den Raum» erheiternden kleinen Stücken aufsparen mußte.

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