Johannes Brahms in Erinnerungen

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Paetel, 1898 - Composers - 180 pages
 

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Page 102 - Hüte Dich nur und bewahre Deine Seele Wohl, auf daß Du nicht vergessest der Geschichte, die Deine Augen gesehen haben, und daß sie nicht aus Deinem Herzen komme all Dein Leben lang und sollt' Deinen Kindern und Kindeskindern kund thun...
Page 18 - Sie aber, sie bleiben In ewigen Festen An goldenen Tischen. Sie schreiten vom Berge Zu Bergen hinüber: Aus Schlünden der Tiefe Dampft ihnen der Atem Erstickter Titanen Gleich Opfergerüchen, Ein leichtes Gewölke.
Page 83 - So übt man eben Kritik über Alles, was aus Deutschland kommt; die Deutschen selbst aber gehen darin voran. Das ist in der Politik wie in der Kunst. Wenn das Bayreuther Theater in Frankreich stände, brauchte es nicht so Großes, wie die Wagner'schen Werke, damit Sie und Wendt und alle Welt hinpilgerten und sich für so ideal Gedachtes und Geschaffenes begeisterten.
Page 17 - ... persönliche Erscheinung sofort den Eindruck einer machtvollen Individualität. Zwar die kurze, gedrungene Figur, die fast semmelblonden Haare, die vorgeschobene Unterlippe, die dem bartlosen Jünglingsgesicht einen etwas spöttischen Ausdruck gab, waren in die Augen fallende Eigentümlichkeiten, die eher mißfallen konnten; aber die ganze Erscheinung war gleichsam in Kraft getaucht.
Page 101 - Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere.
Page 48 - Kammer trat, war mir nicht schlimm zu Muthe. Im Gegentheil! Aber wenn ich in solchen Momenten vor die Frau hätte hintreten, ihre fragenden Augen ängstlich auf die meinen gerichtet sehen und ihr hätte sagen müssen: .Es war wieder nichts...
Page 48 - Aber wenn ich in solchen Momenten vor die Frau hätte hintreten, ihre fragenden Augen ängstlich auf die meinen gerichtet sehen und ihr hätte sagen müssen: <Es war wieder nichts!> - das hätte ich nicht ertragen! Denn mag eine Frau den Künstler, den sie zum Manne hat, noch so sehr lieben und auch, was man so nennt: an ihren Mann glauben - die volle Gewißheit eines endlichen Sieges, wie sie in seiner Brust liegt, kann sie nicht haben. Und wenn sie mich nun gar hätte trösten wollen... Mitleid...
Page 47 - Sommer, von denen im nächsten Abschnitte die Rede sein soll. Wir gingen früh Morgens auf der dem See entlang führenden Straße von der Beatenbucht zu dem Dörfchen Merligen und waren, ich weiß nicht wie, auf Frauen und auf Familienleben zu sprechen gekommen. Da sagte Brahms: »Ich hab's versäumt. Als ich wohl Lust dazu gehabt hätte, konnte ich es einer Frau nicht so bieten, wie es recht gewesen wäre.
Page 118 - Ihr Freunde, hänget, wenn ich gestorben bin, Die kleine Harfe hinter dem Altar auf, Wo an der Wand die Totenkränze Manches verstorbenen Mädchens schimmern.
Page 17 - Brahms, damals im dreiunddreißigsten Lebensjahr stehend, machte mir nicht allein durch sein gewaltiges Klavierspiel, mit dem sich noch so brillante Virtuosenmusik nicht vergleichen ließ, sondern auch durch seine persönliche Erscheinung sofort den Eindruck einer machtvollen Individualität. Zwar die kurze, gedrungene Figur, die fast semmelblonden Haare, die vorgeschobene Unterlippe, die dem bartlosen...

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