Thukydides und sein Urkundenmaterial

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W. Hertz, 1895 - Thucydides - 179 pages
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Page 71 - Zum Schlüsse will ich, um ganz ehrlich zu sein, nicht unterlassen ausdrücklich anzuerkennen, dass die Auffassung des Sachverhaltes, welche im Vorstehenden zu begründen versucht worden ist, allerdings vortrefflich zu derjenigen Vorstellung von der Entstehungsweise der überlieferten Fassung des ersten Theiles des Thukydideischen...
Page 149 - Gesammtresultat, zu welchem ich für meine Person mich zu bekennen keinen Anstand nehme, dass Thukydides die von ihm mitgetheilten Urkunden theils aus dem Attischen Archive, theils auf privatem Wege aus der politischen Hinterlassenschaft des Alkibiades bezogen hat, und dass kein Grund vorliegt zu bezweifeln, vielmehr alle Wahrscheinlichkeit dafür ist, dass die Gelegenheit dazu nach beiden Richtungen sich ihm erst in Athen nach seiner Rückkehr aus der Verbannung geboten hat, eine Bekanntschaft mit...
Page 127 - Protocoll zB der von Lichas überbrachten Friedensvorschläge kann er sehr wohl selbst in Argos erhalten und nach Athen gebracht haben. Ich glaube sogar weiter gehen und behaupten zu dürfen, dass es geradezu unbegreiflich sein würde, wenn von Athenischer Seite von den sich bietenden Gelegenheiten dieser Art kein Gebrauch gemacht worden w-äre. und halte darum für so gut wie gewiss, dass Abschriften unserer Urkunden gleichzeitig in Athen bekannt und erhältlich gewesen sind; wie lange, muss freilich...
Page 29 - ... somit den überzeugenden Beweis liefern, nicht nur dafür, dass die Bedeutung des fraglichen Abschnittes im Obigen richtig bestimmt worden ist, sondern auch, dass bei Gelegenheit von Publicationen solcher Vertragsurkunden auf Stein wenn nicht regelmässig, doch sehr häufig auch diese protokollarischen Vermerke zur Veröffentlichung gelangt sind, dass also eine Abschrift, wie die hier bei Thukydides vorliegende, ebensowohl auf das im Archiv deponirte Original, wie auf eine der üblichen Ausfertigungen...
Page 36 - Trotpa^ocn«?, dh eine Übergabe der Stadt durch die abziehende Peloponnesische Garnison an eine einrückende Attische Besatzung, keineswegs durch eine blosse Räumung Von Seiten der ersteren. ihres Bundesgebietes in Thrakien. Zwar beanspruchten sie auch hier Wiederherstellung des Status quo vor dem Kriege, allein die Spartaner befanden sich weder rechtlich...
Page 71 - Auge gefasst, doch aus irgend welchen äusseren Gründen nicht in Angriff genommen oder nicht zu Ende geführt. Ist aber die Urkunde Thukydides wirklich erst bekannt geworden, nachdem er die Erzählung der Ereignisse, welche sich in den letzten Jahren vor dem Frieden des Nikias zugetragen hatten, bereits schriftlich fixirt hatte, und erst nachträglich als Ergänzung einer viel früher abgeschlossenen Darstellung eingefügt worden, so liegt auch kein Grund vor, der uns nöthigte anzunehmen, dass...
Page 51 - ... waren, welche die Capitulation abgeschlossen hatten (Thukydides 4, 66, 69 ; vergl. 100). Was dagegen Panakton betraf, dessen Rückgabe die Thebaner sicherlich ebenfalls von Anfang an verweigerten, wie sie denn später vornehmlich aus diesem Grunde die Annahme des Friedens beharrlich abgelehnt haben, so hatten die Lakedämonier hier freie Hand und nahmen um so weniger Anstand, Athen gegenüber die Bürgschaft für die von ihm verlangte Rückgabe dieses Platzes zu übernehmen, als sie sich der...
Page 37 - ... verstehen wollen, ja wenn es die Anwendung von Gewalt nicht hätte scheuen wollen, um diese Städte geknebelt den Athenern zu überantworten, so würde es dazu nicht im Stande gewesen sein, denn die Streitmacht, über welche es in Thrakien verfügte, war an sich nicht bedeutend ; sie stand überdem in Amphipolis concentrirt und keine einzige der Städte, um die es sich handelte, befand sich, so viel wir wissen, ausserdem in ihrem militärischen Besitze, aus dem sie ohne Weiteres in den der Athener...
Page 32 - Unterschied ist nur der, dass, während die erste Bestimmung lediglich einen Zustand wiederherstellt, wie er rechtlich und factisch bis zum Ausbruche des Krieges bestanden hatte, die zweite die Anerkennung eines Zustandes ausspricht, der nur einige Zeit vor und während des Krieges factische Geltung gehabt hatte, dessen rechtliche Gültigkeit aber von Athen vor dem Kriege nicht zu allen Zeiten und vielleicht überhaupt nie ausdrücklich anerkannt worden war. Im heiligen Kriege von 448 waren die Spartaner...
Page 90 - Vertrages (346, 24 — 347, 7: xaza rdde — eav juf) andaatg doxfj ralg nokeoiv) schreibt: 4Es sind das, wie man sieht, in herkömmlicher und bekannter Formulirung die Bestimmungen eines Defensivbündnisses, einer Epimachie, durch welche sich die Contrahenten verpflichten, ein Jeder das Gebiet des Anderen gegen feindliche Angriffe vertheidigen zu helfen.

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