Actenmässige Geschichte der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins, Volume 2

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Page 233 - Für dich hier dein I'ai-Mut — nun iß Fleisch." Damit verschwanden sie. Vergebens schössen die Beraubten , und gaben Zeichen um Hülfe, niemand erschien. Mehr als jemahls befanden sich unterdessen die abziehenden Räuber in einer kritischen gefährlichen Lage. Es war schon späte in der Nacht, wie sie wegzogen. Der Weg konnte nicht mit Eile zurückgelegt werden. Sie mußten Schritt vor Schritt fortsetzen , um nicht wie bey ihrem Anzug in die Tiefe zu stürzen. — Als sie an das Ufer des Rheines...
Page 233 - In« dem sie die Mitte desselben erreicht hatten, stießen sie plötzlich auf eine Sandbank, und fuhren so fest, daß sie mit aller Anstrengung nicht weiter fort konnten. Ihre Verlegenheit, ihre Angst war nahmenlos groß. Es war zu befürchten , daß der Morgen darüber anbräche, daß man sie mitten im Strome entdecken und ohne daß ihnen ein Weg zur Flucht offen stünde, einsangen könnte.
Page 418 - Dort nahm man mir alles ab , und ich wurde in einem Augenblicke wieder so arm , wie ich vorher war. Müller und Beutel bestanden darauf, daß ich. da man mir nicht trauen dürfe , mein Leben hergeben müsse, der Major nannte mich ein Kind.
Page 231 - Nacht dabey finster. Der Weg gieng wohl eine Viertelstunde lang zwischen Klippen, die von beyden Seiten mit Wasser umflossen waren. Bald gleitete der eine von der Bande, bald der andere aus, und schlug ins Wasser, so daß die Meisten, als sie vor die Mühle lamen, durch
Page 232 - Tage die Zeichen davon trugen. Sowohl den Anton als den Seibert Sauerwein, einen Mann von 63 Jahren, mißhandelten sie. Sie schlugen sie mit Fäusten, sie traten sie mit Füßen, so daß der letzte am Kopfe blutrünstig wurde. Eine Menge Lichter hatten sie angezündet und die ganze Mühle erleuchtet.
Page 52 - Weise von der Welt zuging — , so diente die Geschichte davon nur zu einem neuen Beweis über das Spiel des Teufels. Da war niemand, der nicht — um dem bei ihm geschehenen Diebstahl ein gewisses Ansehen, etwas Außerordentliches, zu geben — , das eine und andere hinzugedichtet und so das Seinige beigetragen hätte, das Märchen vollständiger zu machen.
Page 233 - Halblichte noch nicht ganz kenubar hervor. — Sie waren ohne Rettung verloren, wenn hier nicht das Aeusserste gewagt wurde. Einige von den Räubern sprangen in den Strom und begannen den Nachen fortzurücken. Nur mit unendlicher Mühe und Anstrengung konnte es ihnen gelingen, und er ward endlich wieder flott. Nun erst fuhren sie aus dem Angesichte St. Goars den Rhein weiter abwärts; aber ihnen schien noch kein Heil zu blühen, sie geriethen gleich darauf aufs neue wieder auf eine Sandbank. —...
Page 231 - Laufe zwingt. Das Thal ist eines der tiefsten und unwegsamsten; an einer Seite umschließt es ein jäher Weinberg, auf der andern ein Hügel, der Gebüsch und Waldung aus feinem Nucken trägt.
Page 232 - Die Mühle bewohnten die Gebrüder Sauerwein, Seibert, Reinhard und Peter Anton; der letzte war es, der die Ankunft der Näuber vor der Thüre zuerst vernahm. Er war noch nicht zu Bette gewesen und hatte sich auf die Bank zu leichtem Schlummer hingestreckt. — So bald er den Lärmen hörte, sprang er auf, öffnete das Fenster und erblickte die Räuber, die bereits ihre Lichter angezündet hatten. Er ahndete, was ihnen drohte, weckte seinen Bruder Reinhard, sprang in die Mühle und ergriff das Hebeisen....
Page 7 - der schnödesten Wohllust [. . .] auf das äußerste ergeben« sind, sie »unaufhörlich in Hurenhäusern« liegen und »Maitressen die Fülle nach sich schleppen, sie gegeneinander vertauschen und gewissermaßen zum allgemeinen Eigenthume der Bande machen«, so muß der Sicherheitsbeamte Becker doch bekennen: »Aber bey allem dem hat man (einen Fall ausgenommen) kein Beyspiel, daß sie bey Nachtzeit in ihren Betten überfallene und mit Stricken gebundene Mädchen mißbraucht hatten.

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