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des Schifles, die Lage eines Sternes auf dem eingetheilten Kreise innerhalb eines kleinen ßruchtheiles des weissen Raumes auf der Rose zwischen zwei Gradstrichen, worauf man sein Feld wahrnimmt, zu beobachten. Die Brennweite der convexen Linse beträgt etwas mehr als der Radios des Kreises, so dass für Objecte am Horizonte oder in irgend einer Höhe unter 30° keine weitere Leistung durch die Azimutheinstellnng erforderlich wird, als das Object gehörig in das Gesichtsfeld zu bringen.

Eine andere Verbesserung, welche bewirkt, dass das Compassgeliäuse stets in einer richtigen horizontalen Lage sich befindet, besteht darin, dass bei der Cardanischen Aufhängung, statt der Zapfen, Messerschneiden benutzt werden. Damit man überhaupt genaue Azimuthe zu beobachten vermag, ist es durchaus erforderlich, dass die

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Compassbüchse genau horizontal ist, und wenn Gompasse in der gewöhnlichen Weise aufgehängt werden, ist die Reibung in den Zapfen so gross, dass es nicht leicht möglich ist, dio Büchse stets horizontal zu erhalten. Beim Gebrauche der Messerschneiden kann man sich immer der horizontalen Lage des Apparates versichert halten. Um die Vibrationen des Gehäuses des Compasses zu vermeiden, was bei Anwendung der Messerschneiden zuweilen seine Schwierigkeit haben würde, wird in einem halbkugelförmigem Gcfässe, beinahe ganz mit Castoröl gefüllt, das Gehäuse des Compasses eingetaucht erhalten.

Der gesammte Apparat, wovon Fig. 246 ein Schema zeigt, wird von James White, 241 Sauchiehall Street Glasgow, um den Preis von 40 Pfd. Sterl. (800 Reichsmark) angefertigt, Compass, Nachthaus, Correction u. s. w. complet. Sir William Thomson hat in einer kleinen, im Drncke erschienenen Schrift die Grundsätze, die er bei seinem Compasse in Anwendung bringt, dargelegt: On cotnpass adjustmcnt in «Von ships, Liverpool 1877. Diejenigen, die sieh über die Sache weiter informiren wollen, müssen wir darauf sowohl, als wie auch auf die Beschreibung des Kataloges der Ausstellung verweisen.

Obgleich nun schon einige Urtheile über den Werth der Compasseinrichtung, welche wir soeben besprochen haben, vorliegen, und es sich nicht leugnen läset, dass diese Einrichtung nicht unerhebliche Vorzüge gegenüber der gewöhnlichen Einrichtung der Compasae, wie sie nun in der künigl. Marine in England und in der deutschen Marine in Gebrauch ist, hat, sich auch aus theoretischen Gründen Erhebliches zu deren Gunsten sagen lässt, so sieht man doch bis zur Abgabe eines entscheidenden Urtheils den Ergebnissen noch weiterer Erfahrungen mit dem Apparate mit Spannung entgegen. Derselbe ist schon in mehreren Exemplaren in den verschiedenen Kriegsmarinen und in der englischen Handelsmarine in Gebrauch, weshalb es in der allerkürzesten Zeit möglich sein wird, ein gediegenes Urtheil zu erlangen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Sache von der höchsten Bedeutung ist und in der Anwendung der Compasse auf eisernen Schiffen, namentlich da, wo es sich um die Beseitigung grosser qnadrantaler Deviationen handelt (Zwischendecks- und Batteriecompasse), grosse Veränderungen bewirken wird, falls die vorgeschlagene und schon ausgeführte Compasseinrichtung sich bewährt.

Das Declinatorium der kaiserlichen Marine (Fig. 247), ausgestellt unter Nr. 1537, ist nach den Angaben Dr. Neumayer's von C. Bamberg in Berlin ausgeführt. Das Instrument ist so eingerichtet, dass es am Lande und an Bord bei nicht allzu grosser Bewegung des Schifies, wenn dasselbe etwa auf einer Rhede vor Anker liegt, gebraucht werden kann. Fig. 247,/ zeigt das Instrument, wie es in einer Cardanischen Aufhängung in dem metallenen Bogen bb hängt; ein schweres Gewicht, welches an der Stange C angebracht wird, bewirkt die Wiedereinnahme der horizontalen Lage des Kreises bei der durch die Schwankung des Schifies bewirkten Störung. Soll die Cardanische Aufhängung ausser Thätigkeit gesetzt werden, so benutzt man die Arretirung s s, entfernt aber sodann auch das Gewicht und nivellirt den Kreis, wie bei einem gewöhnlichen Theodoliten, r r ist das Gehänse für den Magneten, welches auf den Kreis aufgesetzt und befestigt wird. Im Inneren desselben schwingt der Magnet, oder besser gesagt, das Magnetsystem, dessen Construction aus der Fig. 24,7,111 zu ersehen ist. Zwischen den Magnetstäben befindet sich ein Spiegel, wie bei den entsprechenden Lamont'schen Apparaten; die Einstellung auf den Faden geschieht mit dem Fernrohre p mittels des Spiegels in der durch die Beschreibung der genannten Apparate bekannten Weise. Die Ablesung des Uorizontalkreises geschieht mittels Nonien, welche eine Genauigkeit auf 20 Secunden gestatten. Dies Maguetsystem bewegt sich auf einer Iridiumspitze, von welcher es durch eine einfache Arretirvorrichtung abgehoben werden kann; es kann dasselbe, vermöge einer ähnlichen Vorrichtung wie bei der Normalrose, umgelegt werden, t ist

Fig. 247.

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ein Gegengewicht gegen das excentrisch sitzende Fernrohr; q ist ein kleiner Reflector, der zum Beobachten von Sonnen- oder Stern -Azimnthen, bei grösserer Höhe der Objecte, benutzt werden kann, um dieselben dennoch in das Fernrohr zu reflcctiren. Alles Uebrige ist aus der ziemlich ins Einzelne gehenden Zeichnung zu ersehen.

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Apparate nach dieser Construction sind seit mehreren Jahren in Gebranch — zu Wasser und zu Lande — und liefern vorzügliche Resultate.

Das Deviationsmagnetometer nach Dr. Neumayer, ausgeführt von C. Bamberg in Berlin, war unter Nr. 1538 des Kataloges ausgestellt. Dieser Apparat, welcher in den Figuren 248 und 249 dargestellt ist, dient dazu, die magnetischen Verhältnisse an Bord eiserner Fig. 248. Fig. 249.

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Schiffe zu untersuchen. Er kann entweder auf einem Kreuze, welches auf das Compassgehäuse oben gelegt werden kann, oder auf einem Dreifusse, wie in unserer Figur angenommen, aufgestellt werden. Zar Ermittelung der horizontalen Componente der magnetischen Kräfte an Bord wird eine in einem Gehäuse frei schwingende kleine magnetische Nadel benutzt und zwar, entweder indem man Schwingungen derselben beobachtet, oder indem man dieselbe mittels einer Ablenkungsschiene PP mit für Temperatur compensirten Magnetstäben aus der Gleichgewichtslage bringt und cTen Ablenkungswinkel beobachtet. Fig. 248 zeigt den Apparat mit dieser Ablenknngsschiene — die Einstellung geschieht stets so, dass die freie Nadel senkrecht zu der Axe der Ablenkungsstäbe ist —, die Ablesung geschieht mittels einfacher, auf Bruchtheile des Grades genauer Nonien. In Fig. 249 sieht man, wie ein Inclinationsgehäose K, nachdem das Declinationsgehänse entfernt worden, auf demselben Horizontalkreis aufgestellt werden kann. Es dient diese Einrichtung dazu, um die verticale Componente der magnetischen Kraft des Schiffes mittels Schwingungen der vertical gestellten Inclinationsnadel bestimmen zu können.

Das Deviationsmagnetometer kann auch mit Vortheil zur Bestimmung der magnetischen Elemente am Lande und in fernen Welttheilen benutzt werden. In der That wurde es in Wirklichkeit schon bei mehreren wissenschaftlichen Expeditionen mit grossem Erfolge angewandt. Begreiflicher Weise erhält man mit demselben nur relative Werthe und muss daher, will man sich mit Vortheil desselben zur Bestimmung der magnetischen Elemente bedienen, an einer Basisstation, so oft nur thuiilich, die Correctionen und Constanten der einzelnen Nadeln u. s. w. bestimmen. Die eigentliche Verwendung findet übrigens dieser Apparat bei der Ausführung der magnetischen Fundamentaluntersuchungen auf eisernen Schiffen.

Das Deviationsmodell (Nr. 1552) nach Dr. Neumayer, ausgeführt von Greiner & Geissler (jetzt Fuess) in Berlin und ausgestellt durch das hydrographische Bureau der kaisorl. Marine, ist ein Lehrapparat und dient dazu, die verschiedenen magnetischen Erscheinungen an Bord eiserner Schiffe zu erläutern. Fig. 250 (a. f. S.) zeigt die Anordnung der einzelnen Theile des Apparates. Es stellt derselbe ein Schiff vor, dessen Deck D D1 die verschiedenen Vorrichtungen zur Aufnahme von Magneten und weichen Eisenstäben, sowie den Compass C trägt. Dasselbe kann um die Zapfen d d' geneigt worden nach der einen und der anderen Seite, und kann der Grad der Neigung an dem Gradbogen o p abgelesen werden. Mittels der Stützen o' und b' ist dieses Schiffsdeck mit dem unteren Tische A B fest verbunden , so dass A B parallel mit D D' ist. Das Ganze ruht auf der Säule S und ist um einen Zapfen bei T, wo sich eine Rose befindet, die aber an der Drehung nicht Theil nimmt, drehbar. Das Schiff kann auf diese Weise geschwait werden, indem vermittels der Rose bei F der jedesmalige Kurs, der anliegt, abgelesen werden kann, wenn diese Rose zu Anfang genau magnetisch orientirt wurde. Mittels des orientirten Compasses kann man oben den Compasskurs ablesen, der also, wenn keine Deviation vorhanden ist, mit dem magnetischen übereinstimmen wird. Ist dagegen Deviation vorhanden, so zeigt die Differenz der beiden Ablesungen deren Betrag und Charakter. Die halbkreisartige Deviation wird mittels eines Magnets M N, der auf einer Schiene P 0 in einer bestimmten Entfernung vom Compass aufgelegt wird, dargestellt. Um die Deviation auch für verschiedene Bankurse geben zu können, ist die Schiene um P drehbar; sie kann unter irgend einem Winkel mit der Axe des Schiffes festgestellt werden. Die Compensation für diese Deviation wird durch eine sehr einfache Vorrichtung

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