W. Hogarth's zeichnungen: nach den originalen in stahl gestochen, Volumes 1-2

Front Cover
Literatur-comptoir, 1840 - England - 994 pages
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 460 - Sitze der civiliter Seligen. Was man nach ihrem Hinscheiden noch immer sie nennt, sind doch fürwahr nichts als Bilder, die sie uns hinterlassen zum Aufstellen — als Leichensteine über dem Grabe ihrer Vernunft? — Leichensteine ? Gerechter Himmel ! Was für Vergleichungen drängen sich hier dem Geiste nicht auf zwischen dem beredten Marmor über der Asche des Meisterstücks der Schöpfung und hier — dem numerierten schmutzigen Stalle, worin sein besser als dort getroffenes Bild, auf faules...
Page 493 - Schläfer muß zerrissene Kleider tragen. Dieses Verfahren verdient Nachahmung und kann dem, der zu zeichnen versteht und die Welt kennt, ein unerschöpflicher Quell von Erfindung lehrreicher Unterhaltung für allerlei Stände werden. Die weisesten Sprüche verlieren bei unzähligen Menschen so wie die Arzneien ihre relative Kraft durch öftere Wiederholung in derselben Form. Sie werden noch gehört, auch wohl noch verstanden, aber nicht eigentlich mehr mit der Anschaulichkeit, ohne die kein fester...
Page 465 - Gelassenheit ansah und fragte : »aber bist du gewiß, daß Du in keinem sitzest!« Der Fremde besann sich und schwieg, der Rasende schwieg auch, hatte sich aber vermutlich lange vorher bedacht. Was dieser nachher tat, ist nicht bekannt. Der Fremde aber, sagt man, soll, als er aus dem Tollhause wieder in die Welt trat, zwischen beiden, statt der scharfen Grenze, einen gewissen Strich neutralen Landes angenommen, und sich sein ganzes Leben hindurch vor einer Philosophie gehütet haben, die eigentlich...
Page 8 - ... worden. Ich habe sehr wohl und vielleicht für die Ausführung zu lebhaft gefühlt, was mancher meiner Freunde, der selbst Veranlassung mit war, nun bei der Ausführung für mich fühlen wird. In gewissen Jahren und in gewissen Verbindungen lassen sich über gewisse Dinge nur gewisse Dinge sagen, und den vierfachen Druck von diesem Gewissen habe ich leider ! wie ich fürchte, nur zu stark gefühlt.
Page 10 - Aber was schadet dies m einer Schrift, die, ob sie gleich hauptsächlich da ist, Licht über des großen Künstlers Werke zu verbreiten, doch zugleich ihren eigenen Gang geht? Mag ich doch hinzugedacht haben, was ich will, wenn ich nur nichts weggedacht oder wegerklärt habe von dem, was so aussieht. Jeder Leser von Geschmack wird m solchen Fällen bald finden, was meine Absicht gewesen ist.
Page 91 - ... Ehemann, durchbohrt von der Hand des Lieblings seines treulosen Weibes. Schon brechen die Knie unter ihm. — Die einzige Stütze, die ihm noch bleibt, sein Arm, wird mit jedem kümmerlichen Schlage seines durchgerennten Herzens kraftloser. Noch steht er einige Augenblicke, und dann — nie wieder. Sein brechendes Auge empfindet nicht mehr das Licht, das hier die Züge des sich nähernden Todes von der erschlafften Wange und dem gesunkenen Kinn für uns zurückstrahlt. Vergeblich steigt das Winseln...
Page 4 - Auf diesem müßte nicht allein alles das auch geleistet werden, was auf jenem geleistet wurde, sondern obendrein in einer Sprache und überhaupt in einem Vortrage, den durchaus eine gewisse Laune belebte, die mit der des Künstlers so viel Ähnlichkeit hätte als möglich und immer mit ihr gleichen Gang hielte.
Page 387 - ... so heißt doch dieses für jeden der lesen kann, deutlich: Ich und Du, und das ist mehr als die Hälfte des Sieges. Mit der Rechten greift sie nach seinem Herzen, nach dem Puls an der Quelle. Die Attaque ist aber eine falsche. Der eigentliche Angriff ging auf einen ändern Puls, die Taschenuhr, und diese wird auch, während ihr Auge scharf Wache hält, sicher an das Hintertreffen abgeliefert. Die Uhr weist auf drei. Das wäre selbst für den höchsten Sommer etwas früh für so vieles Licht,...
Page 261 - Aber so ist leider! das Problem, bloß nicht leicht, und das ist es gerade, was es schwer macht. Indessen wir wollen es versuchen. Nur noch eine kleine Einleitung. Wir stehen hier bei den Werken unsers Künstlers zum erstenmal an einer Stelle, auf die wir noch oft, und selbst in diesen Blättern noch zweimal zurück werden kehren müssen; nämlich da, wo die Moral selbst das Moralisieren verbietet, und die gesprächigste Hermeneutik verstummt, oder wenigstens sich stumm stellt und dem Vorbeigehenden...
Page 460 - Vordergrunde, größtenteils nackend, und ein Mann ist beschäftigt, ihn in Ketten zu legen. Die Ursache davon ist, Rakewell sinkt noch immer tiefer. In dem Mikrokosmus nämlich, worein er hier versetzt ist, wird es ungefähr so gehalten wie in dem ausgebreiteten Makrobedlam, der Welt selbst; es liegen nicht alle Narren an Ketten, und selbst die Ketten haben ihre Grade.

Bibliographic information