Die chinesische Mauer

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Albert Langen, 1910 - Austrian literature - 460 pages
 

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Page 362 - Da kommt das Schicksal - Roh und kalt Faßt es des Freundes zärtliche Gestalt Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde Das ist das Los des Schönen auf der Erde!
Page 362 - Schillers uns das Himmelsgewölbe eindrücken, endlich zur Ruhe kommen. Was will das Pack? Wenn Schiller bloß die Verse gedichtet hätte: »Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde - Das ist das Los des Schönen auf der Erde!«, so wäre ja die Aufregung noch begreiflich. Aber so? Warum rückt denn diese ganze freiwillige Feuerwehr aus, wenn Schiller Geburtstag hat? Warum begeht man dieses schreiende Unrecht an Wildenbruch, der doch all das in noch viel handlicherer Form bietet, was ein deutsches...
Page 140 - Wahrlich, brav getroffen! Seht, er ist entzwei ! Und nun kann ich hoffen, und ich atme frei! Wehe! Wehe! beide Teile stehn in Eile schon als Knechte völlig fertig in die Höhe ! Helft mir, ach! ihr hohen Mächte! Und sie laufen! Naß und nässer wird's im Saal und auf den Stufen; welch entsetzliches Gewässer! Herr und Meister! hör mich rufen! Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß ! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.
Page 455 - Aus dem Rauche des Sd1lundes kamen Heuschrecken über die Erde und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpionen auf Erden Macht haben . . . Und hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen . . . Und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter und mit diesen schadeten sie ... Und die Zahl des Heerzuges der Reiterei war zweihundert Millionen. Ich hörte ihre Zahl . . .« Ein Fortinbras naht, auf dem Trümmerfeld der Sünde die Herrschaft anzutreten. »Wo...
Page 439 - Sehn ohne Fühlen, Fühlen ohne Sehn, Ohr ohne Hand und Aug', Geruch ohn' alles, ja nur ein Teilchen eines echten Sinns tappt nimmermehr so zu. Scham, wo ist dein Erröten ? Wilde Hölle, empörst du dich in der Matrone Gliedern, so sei die Keuschheit der entflammten Jugend wie Wachs und schmelz...
Page 295 - ... Widerspruch hat. Dieser Dichter hatte Anhänger, die ihm abtrünnig wurden, weil sie den Zufällen seiner klimatischen Verhältnisse nicht gewachsen waren. Nun, wen es trifft, zwischen dem Einerseits einer höchsten Begeisterung und dem Anderseits einer tiefsten Verachtung zu leben, der bleibe zuhause, aber er preise die Allmacht des Schöpfers und rümpfe nicht die Nase über die Natur.
Page 440 - Sieh dort die ziere Dame! Ihr Antlitz weissagt Schnee in ihrem Schoß; Sie spreizt sich tugendlich und dreht sich weg, Hört sie die Lust nur nennen: Und doch sind Iltis nicht und hitz'ge Stute So ungestüm in ihrer Brunst.
Page 454 - Hier ist etwas bei lebendigem Leib begraben und etwas Totes hält die Grabwacht. Sie werden durch unsere Finsternisse schreiten und den Weg zum Leben nicht verfehlen. Ihre unterirdischen Gänge sind ein Paradies neben den Katakomben, die unsere Liebe sich gemauert hat, seitdem man ihr das Licht nahm. Als die christliche Nacht hereinbrach und die Menschheit auf Zehen zu der Liebe schleichen mußte, da begann sie sich dessen zu schämen, was sie tat. So trat man ihr die Augen aus. Da lernte sie die...
Page 80 - Werte. Daß einer ein Mörder ist, muß nichts gegen seinen Stil beweisen. Aber der Stil kann beweisen, daß er ein Mörder ist.
Page 305 - Jetzt erst erkenne ich den Fortschritt als das, was er ist, als eine Wandeldekoration. Wir bleiben vorwärts und schreiten auf demselben Fleck. Der Fortschritt ist ein Standpunkt und sieht wie eine Bewegung aus.

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