Die Vorsokratiker in Auswahl

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E. Diederichs, 1908 - German literature - 244 pages
 

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Popular passages

Page 7 - Blätter im Walde so sind die Geschlechter der Menschen; Einige streuet der Wind auf die Erd...
Page 199 - Ich betrachte und bezeichne die gesamte Poesie als Rede in gebundener Form. Wer nun sie anhört, den ergreift bald angstvoller Schrecken bald tränenreiche Rührung bald schmerzliche Sehnsucht, und Glück und Unglück fremder Personen und Verhältnisse bringt vermittelst der Rede in der Seele...
Page 111 - Hätten die Rinder und Rosse und Löwen Hände wie Menschen, Könnten sie malen wie diese und Werke der Kunst sich erschaffen, Alsdann malten die Rosse gleich Rossen, gleich Rindern die Rinder Auch die Bilder der Götter und je nach dem eigenen Ausseh'n Würden die leibliche Form sie ihrer Götter gestalten.
Page 199 - Die Wirkung der Rede verhält sich zur Stimmung der Seele ebenso wie die Bestimmung der Gifte zur Natur des Körpers. Denn wie jedes Gift wieder andere Säfte aus dem Körper ausscheidet und das eine der Krankheit, das andere dem Leben ein Ende macht, so bewirkt auch die Rede bei den Zuhörern bald Trauer bald Freude, bald Furcht bald Zuversicht, manchmal aber vergiftet und verzaubert sie die Seele durch Verführung zum Bösen.
Page 126 - Geift von diesem Wege der Forschung, So bleibt nur noch Kunde von einem Weg für das Denken: Daß das Seiende ist , . . Wie es niemals geworden, so kann es auch nie vergehen, Ganz ist es, einziggeboren und ohne Bewegung und Ende, Niemals war es und wird nie sein, ganz Gegenwart ist es, Unteilbar und eines, wie willst einen Ursprung du suchen? Wie und woher ein Wachstum? Zu denken, zu sagen unmöglich Ist, daß dies aus dem Nichtsein kum'.
Page 203 - ... beweist die Natur selbst, die Gerechtigkeit bestehe darin, daß der Edlere mehr Vorteile hat als der Geringere und der Leistungsfähigere mehr als der minder Leistungsfähige. An vielen Fällen, sowohl bei den übrigen Lebewesen als auch bei den Menschen, an ganzen Staaten und Geschlechtern, sieht man, daß es sich so verhält: daß nämlich das als gerecht anerkannt wird, daß der Stärkere über den Schwächeren herrscht und mehr Vorteile hat als dieser.
Page 138 - Pilich, sie nennen es ,Werden', so oft aus der Stoffe Verbindung Etwas ans Licht tritt, sei es ein Mensch oder sei's von der wilden Tiere Geschlecht, sei's Vogel, sei's Pflanze; und wenn sie sich scheiden, Alsdann reden sie wieder von unglücksel 'ger Vernichtung.
Page 231 - Massageten5 töten ihre Eltern und verzehren sie, und es scheint ihnen das schönste Grab, in den Kindern bestattet zu sein. Wenn das in Griechenland jemand täte, so müßte er Verbannung oder einen elenden Tod erleiden als ein Mensch, der Unschickliches und Entsetzliches täte. In Persien ist es schicklich, daß die Männer sich wie die Frauen schmücken und daß man der Tochter, der Mutter oder der Schwester beiwohnt; in Griechenland ist das unschicklich und gesetzwidrig.
Page 112 - Ein Gott ist unter den Göttern und unter den Menschen der größte, Nicht an Gestalt vergleichbar den Sterblichen, noch an Gedanken. Ganz ist Auge, ganz Ohr und ganz Gedanke sein Wesen. Immer am gleichen Orte verharrt er und ohne Bewegung, Und es kommt ihm nicht zu, bald dahin, bald dorthin zu gehen.
Page 196 - Gehör erfaßt wird, und nicht umgekehrt, wie kann es dann mittelst eines andern Organs mitgeteilt werden? Das Organ der Mitteilung aber ist das Wort; dieses ist jedoch nicht das, was zugrunde liegt und existiert. Wir teilen also einem andern Menschen nicht das Seiende mit, sondern ein Wort, das von dem, was zugrunde liegt, verschieden ist.

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