Die Lehre von den Epidemien

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Springer Berlin Heidelberg, Jan 1, 1929 - Medical - 201 pages
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Der griechische Bildhauer hat mit ergreifender Wahrheit die verzweifelnde Niobe dargestelIt, die ihre jiingste Tochter, ihr letztes Kind, vergeblich mit den Gewandern vor den toten den Pfeilen rachender Gotter zu schiitzen sucht. Die grie chische Welt konnte sich die jahe Vernichtung bliihender Menschen durch den Seuchentod nur als Folge eigener Schuld und als Walten iibernatiirlicher Machte erklaren. Und von der Bibel und weiter durch aIle Volkersagen bis in die Ur geschichte finden wir die Auffassung, daB das Massensterben etwas anderes ist als die gewohnliche Krankheit. Durch· das ganze Mittelalter mit seinen dauernden und furchtbaren Seu chenverheerungen blieb die Auffassung von der Hilflosigkeit fortbestehen. Nur die Pflege Erkrankter blieb als einzige Auf gabe iibrig, mit zahlreichen Vorbildern edelster Selbstauf opferung in der Versorgung der Seuchenkranken, die haupt sachlich von den Dienern der Kirche und von Frauen geiibt wurde. Erst als mit dem Ende des Mittelalters wieder eine wissenschaftliche Auffassung entstand, die ohne vorgefaBte Meinungen die Erscheinungen beobachtete und zu erklaren versuchte, kam dieser Fortschritt allmahlich auch der Er forschung der Seuchen zugute. Besonders groBe und grund legende Tatsachen trug freilich erst das letzte Halbjahrhun dert bei. Natiirlich ist uns auch heute noch sehr vieles un erklarlich, und wir miissen auch heute noch gestehen, daB all unser jetziges Wissen und aIle unsere heutigen Methoden der Seuchenbekampfung gegeniiber dem moglichen Ausbruch plotzlicher neuer Krankheitsformen einmal vollstandig ver- 1 Gottstein, Epldemien. I sagen konnten.

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Contents

Einleitung
1
Infektion Infektionskrankheit und Epidemie
13
Naturgeschichte der Krankheitserreger
19
Copyright

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