Geschichte der Halbinsel Morea: während des Mittelalters, Volume 1

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1830
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Page iii - Das Geschlecht der Hellenen ist in Europa ausgerottet. Schönheit der Körper, Sonnenflug des Geistes, Ebenmaß und Einfalt der Sitte, Kunst, Rennbahn, Stadt, Dorf, Säulenpracht und Tempel, ja sogar der Name ist von der Oberfläche des griechischen Kontinents verschwunden. Eine zweifache Erdschichte, aus Trümmern und Moder zweier neuen und verschiedenen Menschenrassen aufgehäuft, decket die Gräber dieses alten Volkes.
Page iv - Serben und Bulgaren, der Dalmatiner und Moskowiten sind die Völker, welche wir heute Hellenen nennen und zu ihrem eigenen Erstaunen in die Stammtafeln eines Perikles und Philopömen hinaufrücken.
Page v - Zeitpunkten von den mitternächtlichen Gebirgen nach Hellas herabgestiegen. Und das Wort Grieche selbst bezeichnet heute nicht mehr, wie ehemals, die zwischen dem Tempetal und den Strömungen des Eurotas angesiedelten Kinder Deukalions, sondern alle jene Völkerschaften, welche im Gegensatze mit der Lehre Mahomets und der römischen Kirche Gesetz und Glauben vom Patriarchalthrone zu Byzanz empfangen haben.
Page 109 - Christenthum; selbst das Gute und das Glück verlieren mit dem Verschwinden ihres Gegensatzes den alten Glanz. Die Natur der menschlichen Dinge in ihrem weitesten Umfange verlangt ewiges Wirken und Gegenwirken zweier feindlichen Kräfte. Ihre Harmonie ist der Tod, weil mit der Ueberwältignng' der einen auch die andere stirbt' (Geschichte der Halbinsel Morea im Mittelalter I, 109).
Page iii - Menschenrassen aufgehäuft, decket die Gräber dieses alten Volkes. Die unsterblichen Werke seiner Geister, und einige Ruinen auf heimatlichem Boden sind heute noch die einzigen Zeugen, daß es einst ein Volk der Hellenen gegeben habe. Und wenn es nicht diese Ruinen, diese Leichenhügel und Mausoleen sind; wenn es nicht der Boden und das...
Page v - Der Arnaut von Suli und Argos, der Slawe von Kiew und Veligosti in Arkadien, der Bulgar von Triaditza und der christliche Räuber von Montenegro haben mit Skanderbeg und Kolokotroni gleiches Recht auf Namen und Rang eines Griechen.
Page iii - Boden sind heute noch die einzigen Zeugen, daß es einst ein Volk der Hellenen gegeben habe. Und wenn es nicht diese Ruinen, diese Leichenhügel und Mausoleen sind; wenn es nicht der Boden und das Jammergeschick seiner Bewohner ist, über welche die Europäer unserer Tage in menschlicher Rührung die Fülle ihrer Zärtlichkeit, ihrer Bewunderung, ihrer...
Page iv - Hellenenblutes fließet in den Adern der christlichen Bevölkerung des heutigen Griechenlands. Ein Sturm, dergleichen unser Geschlecht nur wenige betroffen, hat über die ganze Erdfläche zwischen dem Ister und dem innersten Winkel des peloponnesischen Eilandes ein neues, mit dem großen Volksstamme der Slawen verbrüdertes Geschlecht von Be266 Bauern ausgegossen.
Page 248 - ... Thalschluchten mit Meyerhöfen schmückten, Viehzucht, Handel und Gewerbe mit Geschick und Lebhaftigkeit trieben, und überhaupt an Rührsamkeit die germanischen und lateinischen Stämme beynahe überall übertrafen, sey es, daß sie vor ihrer Migration nach Süd' und nach West schon einige Kultur besaßen, oder von einem gewissen Triebe der Nachahmung und Assimilation fortgerissen, die Natur ihrer neuen Stellung rascher auffaßten und begriffen, als z. B. die Avaren oder andere, den Ackerbau...
Page v - Jetzt scheint die Herrschaft über das menschliche Geschlecht von den latinischen und germanischen Völkern zu weichen und auf die grosse Nation der Slawen überzugehen.

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