Wien

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C. Krabbe, 1906 - Vienna (Austria) - 136 pages
 

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Page 49 - Vorläufer (21:1-4). ,Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr.
Page 94 - Denn es sind Etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe also geboren; und sind Etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind; und sind Etliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben, um des Himmelreichs willen. Wer es fassen mag, der fasse es.
Page 49 - Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Page 102 - Für mich gab es nie eine andere Wahrheit als die Dichtkunst. In ihr habe ich mir nie den kleinsten Betrug, die kleinste Abwesenheit vom Stoffe erlaubt. Sie war meine Philosophie, meine Physik, Geschichte und Rechtslehre, Liebe und Neigung, Denken und Fühlen.
Page 101 - Ich wollte was schuldig sein, um einen Schmerz, ein Unglück, eine Verzweiflung, die — und wärs nur für eine Stunde — mein Wesen ganz aufgehen machte in eine Empfindung und mich — nur für eine Stunde — von dieser dauernden Verstandeskälte freimachte, die wie ein hohnlachender Narr hinter jedem Vorhang hervorguckt.
Page 100 - Auf der einen Seite also Abnahme, stufenweises Erlöschen der Herzenswärme, und auf der anderen durchaus kein Zunehmen von Seite des Denkens und Wollens. Die Phantasie wird nach und nach zum Greise, und der Verstand bleibt ewig Kind, oder Knabe, besser zu sagen, denn Kind wäre noch allenfalls zu entschuldigen. Schon in der Zeit, da ich noch hoffte, in der Poesie etwas Tüchtiges leisten zu können und ein vorschneller Wahn mich zu glauben antrieb, ich könnte mich dereinst an die ersten Dichter...
Page 98 - Herr, schicke einen andern! Ich fürchte mich. Ich liebe den Frieden. Ich will meine Ruhe. Was können wir, ein Volk von Hirten, wider Albrechts Heere? An meiner Wiege stand das...
Page 96 - Es handelt sich nicht darum was die Poesie in ihren ersten Anfängen war : gegenwärtig ist sie da um in erhabener Einseitigkeit, jene Eigenschaften herauszuheben und lebendig zu erhalten, die das menschliche Beisammenleben, die Unterordnung des Einzelnen unter eine Gesamtheit...
Page 6 - Stadt dennoch nicht lassen kann. Und er tut nichts, Wien zu verändern oder den Wiener, auch nur den Wiener in sich selbst. Dies versucht er nicht und wer es versucht, ist sein Feind.
Page 101 - Wenn ich je dazu kommen sollte — aber ich werde es nie tun — die Geschichte der Folge meiner inneren Zustände niederzuschreiben, so würde man glauben, die Krankheitsgeschichte eines Wahnsinnigen zu lesen. Das Unzusammenhängende, Widersprechende, Launenhafte, Stoßweise darin übersteigt alle Vorstellung. Heute Eis, morgen Feuer und Flammen. Jetzt geistig und physisch ohnmächtig, gleich darauf überfließend, unbegrenzt.

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