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auch chronologifch genau, dem Lehrer; für fich lefe man etwa Jfelins »Gefchichte der Menfchheit: denn Bacon? unfierbliches Buch äe nugmentjä _Mientiarum zu lefenz diirfte jetzt noch nicht Zeit feyn. Eine

.rechte Gefchichte der fchdnen Wiffenfchaften haben »wir

noch gar nicht; in ihr “fache man alfo einen guten Lehrer. an den man fich halte. Bruckers Gefchichte der Philofophie ift auch nicht für Anfänger auf der Akademie zu lefen z *wenigftens nicht die lateinifche große.

Anmerkung 3.- Bey dic-fer Gefchichte biete man feinen Geift ganz auf. immer fiir**fi_ch zu bemerken: was erfunden find etwa nicht erfunden? wies gefunden und »verlohrexy nerfchlimmert und verbeflertfeh? n. f, Unvermerkt werden Bemerkungsfciße', Erfahrungs- Regelnz undlvielleicht eigne Blicke_ und Erfindungen werden; ipenigfiens weiß man, an welche Perfonen und Zeiten man fich mit feiner erfien Liebe und Nacheiferung zu halten habe,

l7. Im erften Jahre gings nicht wohl an, ne,ben deu alten auch neue Sprachen ,zu treiben„ damit der Eindruck jener rein und ganz würde; in diefent Jahr iii weniger Verwirrung des Genius derfelben zu befürchten: man kann_ alfo etwa Eine derfelben als _Nebenftudittm zur Erholung treiben, Franzdfifch oder Englifcl) oder Italienifch: jenes ifi zum Umgange, Englifch zu den Wiffenfchaftenq_ der Theologie infondera heit, fehr icüßlichz vergleichungsweife kann Italienifch am *fpätefien erlernt oder am erften eutbehrt werden..

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Anmerkung l. Mehr als Eine Sprache treibe man abermals nicht auf einmalz man wechsle wenigftens„ wenn man nicht fchon gute Fortfchritte gemacht hat, nach ganzen oder halben Jahren. Am-wenigfien verträgt fich Englifcl) und Jtalienifch “zufamnrem wenn man die7Anfaugsgrimde lernt.

Anmerkung 2. Zu diefen Sprachen wähle man im Anfange nichts theologifches, fonderu das. wobei man am meifien den Genius der Sprache lernet. Zum Franzdfifchen, als der Sprachedes Umgangs, Gefpräch . Kon1bdie„ Declatuation, leichte Gefchichte; zum Englifchem Dichter und lehrende Profaijten. Am beften ifts, wenn man das Franzdfifche fhon auf die Akademie mitbringt und fich nur im Sprechen darinn üben darf. ' Z *

Anmerkung 3. Findet jemand feinem Zweck nothwendig, das Arabifclhe und andre orieutalifche Sprachen zu lernen. fo unterlajfe *er die neuere Sprachen noch, und lerne jene, damit er fie *mit der Bibel- Auslegungverbinden lerne. .Billig aber müffen Subjekte der Art mehrere Jahre auf der Akademie bleiben; in drehen kurzen Jahren kann unmöglich alles gethan werden.

Die dreh Nacherinnerungen des erften Jahres wiederholen [ich auch hier.

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Drittes Jahr.

Eigentlich genannte theologiiehe Wifi'enichaften.

Dies Iahr muß das reiffie feyn und die Summeder vorigen werden. Es muß fich auf die vorhererlernten Wijj'enfchaften. *infonderheit das Studium * der Bibel. gründen . daß alles Ein Gebäude werde. '

l. Aus dem N. T. wird chrifiliche Religion. und die Wahrheit derfelben werde-zueer bewiefent. dies ift die erfte Lectionz eine Lection gegen alle Partheyen und Lebenszeiten. Zu ihr ift alfo die ernftefie Wahrheitsliebe und' Strenge für den Lehrer und Lehrling ndthig: denn manche nehmen ..manches für ihre Religion an. das fie im Munde der Gegner verfchmähen wiirden. , i - *

Anmerkung 1. Es iii hochnothwendig. daß man dies Collegium interefi'ant fiir allerlei Sekten mache . nicht blos für Atheiften und Deifien. Jener ift Gottlob! nicht viel und fie find keiner Wiederlegung" werth oder fähig; aber diefer find_ fehr verfchiedene Formen und Gejtalten. die man nicht zufammen werfen muß. auch find mehrere Sekten in Auslegung der Schrift ihr und fich untereinander entgegen. fo daß vom Atheifien bis zum grdbfien Schwärmer eine gro_ße Kette mit. allen Zwijchengliedern fich verbreitet. Eine Bertheidignng der Wahrheit, Güte nnd ein

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zigen Schönheit des "Chrifienthnms muß auf fie alle, mehr oder weniger„ Rücklicht nehmen und nicht nur die Authenticität der- Bücher . die Wahrheit der Gefchichte, den Charakter der Perfonen, fondern auch die vornehmfien fcheinbaren Widerfprüche und falfchen Anwendungen retten, daß auch durch Angriffe von allen "Seiten die Wahrheit gewinne und das. Chrifienthum göttlich erfcheine. Ju dem Umfange betrachte diefe Lection Lehrer und Lehrling. L

Llnmerkitng 2. Der Lehrling muß feinem Lehrer in der Wahl des Buchs. worüber er liefet, folgen; er ziehe aber, wenn die Gründe ausgebreitet find„ fie zufammen. und wenn er Zweifel hat. entdecke er fie in einer fo wichtigen Sache feinem Lehrer treulich. Neue- Zweifel haben die Wahrheit immer bewähret und ein Lehrer wird. von den befcheidnett Zweifel-n feiner Zuhörer gewiß aufgemuntert; denn hier gilts um kxiu Lehrgelb eines C0116Zii, fondern um Wahrheit einer fo verbreiteten Religion, Studium und Amt auf Lebens- Zeiten. Wer hier ein furchtfamer Henchleriii, ifks fick) und Andern zum itaufendfirchen Schaden..

Anmerkung 3. Für [ich felbft grüble der Schüler nicht viel und lefe lieber das Gum als das. Böfe. Der Lehrer von feine-r Seite verhehle nichts und zeige_ auch das Schwache bey manchen Beweifenz fehl: viele gute Beweife werden übertrieben und brechen wie ein Bogen. der überfpannt ift. Was wir an fo man-i chen der patrifiifchen Beweifez der Demonfirationen

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Mornatrs, Huets, Houtteville u) a. attsfeßen, werden künftigefZeiten vielleicht an unfern Beweifen ausfeßen, nnd es gefchieht von Zeit zu Zeiten. Hier lege alfo der Jüngling vielfeitigen, vefien Grund, weil wir mitten im Meere der Zweifel aller Jahrhunderte leben; er überhäufe fich indeffen nicht mit Beweifen, denn das wäre ein Zeichem daß die meiften einzeln fchwaÖ find. Am wenigftett wolle er bis aufs Iota alles erklären.

Anmerkung 4. Große Bücher alfo z._E. Larvners Glaubwürdigkeit, Lilienthals gute Sache n. f. find nicht zum erfien Lefen des Lehrlings auf Llkademim. Er halte fich zuerfi an Grotius„ Nöjfelt; und kehre erft_ fpät zn den beffern Apologeten gegen einzelne Feinde z. E. Bentlei, Berieleß Stelton u( a. Der befie Beweis aber fey ihm die innere Uebereinfiimmung, Reinheit, Kraft und Schöne des Wortes Gottes felbfi. - _

ll. Mit diefem Betreife laufe Dogmatik parallel, damit der Lehrling fich immer an Würde und Wichtigkeit der Religion erinnere und nirgend ihr nn

tren werde. Die Dogmatik konnte nicht getrieben wer. den; ehe Kenntniß der Schrift mit einigem Umfange und Gründlichkeit getrieben war; denn in ihr läßt fich nicht anf das Wort des Lehrers glauben. Biblifch 7 d. i. philolpgifch und menfchlich „ oder philologifch nnd philofophifch muß die Dogmatik feynz jenes wäre die praktifche, dies die gelehrtere Dogmatik, im Grunde aber nmfien beide Eins feyn, fonft ins gewiß .Betrug

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