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wahren metallischen Vleysubstanz. Indessen behau« ptet Hr. Gcofroy doch, in den Pariser akademischen Schriften vom Jahr 1720, durch d.is Reverberiren der Mennige sey ein alk.lisches Silz entstanden: ober ich kann mich hiervon nicht überzeugen Denn man koche die Mennige in destillirtem Wasser, dampfe die Lauge ab, und das wenige hulverigte (durch den Bio« lensyrup etwßf« atkalisch scheinende) Extract verur, sacht mit Saimiack nicht den geringsten Geruch, und giebt auch nicht einen Tropfen flüchtigen kaugensal^es. Die getrocknete ausgekochte Mennige gab mit Salmiack eben so wie vorher, einen sehr flüchtigen Geist. Ja man kann schon durch bloßes reines gefeiltes Bleu und Salmiack einen alkalischen Geist erhalten. Aus allem diesen scheint mir deutlich zu folgen, daß das Bley mit der Kochsalzsäu«e eine größere Verwandftbaft habe, als diese mit dem flüchtigen Laugensalze *).

') Wenn man irgend in der so wichtigen, aber auch zu> gteich immer noch verwicketten, Lehre von den Verwand« schaften, einige Gewißheit haben wiit; so muh man nicht btoe die einfachen und doppelten VerwaniMosten unter« scheiden; sondeen auch die Erschein.ngen, wie Hr. Kiack von einander trennen, wo die Körper durch bloße Aus» lisung, oder durch Anwendung von bihe oder durch Schmelzen, in einander würkcn. So z E bat bcy btossen Ausiösungen das flüchlige milde Atkali nähere Ber« wandschaft mit der Katziaure, als das Btey; es zertegt auch das aufgetöste Hornbley: daß aber durch die Hitze das Gegentheil erfoigt, beruhet auf der einen Etite zwar auf der Perwandschaft der Eäure mir dem Metatle: auf ter andern Seite aber befördert die völlige Trennung die natürtiche Ftüchtigkeit des Harnsatzes, die jetzt durch die hünutommenden Feuertbeile in Thätigkeit versetzt wird. Sieht man doch dergleichen Trennung der eigcnthüm, liehen Ftüchtigkeit wegen, setbst ohne Zwischenmftttl, durch bioße Hitze / beo dem nntürlichen HarMlze. A.

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N. Spieß von der Ausziehung der wesentlichen
Pftanzensalze durch hochstgeremigten Weingeist»

Man sammle im Frühjahre einjährige Kräuter. Z. V Cardebenedieten, Wermuth, lasse sie trocken werden, und verwahre sie in einem zugemachten Glase. Hierauf gieße man sodann ft> dielen Weingeist, daß das Kraut schwimme, und lasse es in gelinder Wärme so lange stehen, bis die Essenz grünlich aussieht. Alsdenn ziehe man die abgegossene Essenz im Wasser- oder Aschenbade so lange ab, bis die Materie eine Honigdicke erhält: lasse darauf die Gefäße bis zu völliger Erkaltung ruhig daselbst sie» hen; so wird man alsdann die schönsten strahlenförmigen Pyram,dalkrystalle sehen. Diese lassen sich von der Retorte schwer ablösen, weil die Extracte harzig sind: man bemerkt davon einen feinern Geschmack, als den des Salpeters; doch ausser einer angenehmen schnell vorübergehenden Kälte, sonst weiter nichts.

Vor ohngefehr einem Iahre machte ich durch den reinsten Weingeist drey Pfund von der Aland« effenz, deren Hälfte ich in einem, mit Papier verstopftem, Glase, ein Iahr lang unangerührt stehen ließ. Alsdenn fand ich auf dem Boden des Gefäßes eine große Menge in die Höhe steigender Krystalle, einen Zoll lang, eine Federkiel dick. Sie entsprangen aus einem gemeinschaftlichen Mittelpunkte, und stellten einen, in zwey Theile zerschnittenen, Stern vor: den Geschmack kann ich nicht angeben, weil ich das Glas noch unverändert an derselben Stelle habe stehen lassen.

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Dr. I. H. Pott Nachricht von den Versuchen, uno Erscheinungen bey der Auflösung des unge« löschten Kalkes im Salpetergeiste. (G.Y2)

Ich mischte gleiche Theile von auf Kohlen al» lsaliNrtem Salpeter, gereinigtem Salpeter, und kalcinirtem Vitriol; und destillirte den Salpetergeist, nach vorgeschlagenem Wasser. Durch den Zusatz des fixe»» Salpeters erhalte ich wenig von weißen, und fast lauter roche Dämpfe *): denn jener enthält noch einen gerinqen Antheil des sauren fressenden Geistes. Diese Mischung des fixen Salpeters mit Vitriol muß geschwind geendigt werden, damit nicht viele rothe Dampfe, die sich plötzlich entwickeln, verfliegen. Von einem solchen, oder nach der gewöhnlichen Art bereiteten, Valpetergeist zog ich die Hälfte Phlegma ab, das ich besonders aufhob: die zurückgebliebene Halfte rectificirte ich für sich, und goß ihn in eine Retorte, die ich mit einem Stöpsel wohl verschlicssert konnte, Ich schlug harten, kompacten, frisch und gut gebrannten, Kalk in kleine Stücken, brannte diese nochmals auf glühenden Kohlen, pulverisirte sie geschwind in einem warmen Mörser, ließ einen hal. den Löffel voll davon in den Salpetergeist fallen, und verstopfte schnell das Gefäß. Sogleich erfolgt ein so heftiges Aufbrausen und Erhitzung, daß man zur

') Ist diese Bemerkung waht; so müssen die mehreren ro« then IHmpse ( Zalpeierluft) von dem Brennbaren auS den Kohlen , was noch in dem fixen Salpeter zurückge-. , ' . lilieven ist, herrühren. Jetzt ist man teineöweqes so de< gierig nach diesen rochen Dämpfen, die man lieber ganz einkhrce. Der fixe Salpeter, der ohne Nutzen den Vi« Nipl ierstirt, lam also gWz w«gi)llih<n. A. >

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Vermeidung des Zcrspringens vom Glase alle' Vor» sicbt anwenden muß Die wieder etwas ruhig gewordene Mischung schüttelte ich herum; und bald hernach sctzie ich das Hereinwerfcn des geglühcten ungelöschten Kalks, und das Schütteln so lange fort, bis der hineingeworfene Kaik unaufgelöst auf dem Boden liegen blieb. — Diese Fiüssigkeit war von Farbe blutroth, von Geschmack heide, und etwas bitter: zu dieser goß ich die Hällte des oben gedachten, und erwärmten, Pylegma's; theils zur Verdünnung, theiis zu meheerer Fignung des salpetrigen Schwefels. Ich setzte eine gtäserne Retorte mit dieser Mischung in eine sogenannte leere Kapelle auf .ei« nen aus Lehm verfertigten R«'g, und gab stuffenweise vermehrtes Feuer. Der zuerst übergehende phlegmatische Liquor gieng zum Theil in solchen Streiffen, als der Weingeist, über: doch war er nicht entzünde bar, aber säuerlich. Nach soviel abgegangenem Phlegma, als ich vorher zugesetzt hatte, setzte ich, nach veränderter Vorlage, die Destillation fort, (bey der die Säure in weissen Dämpfen übergieng,) bis die zurückgebliebene Materie eine Honigdicke hatte. Die auch in Streiffen übergegangene Flüßigkeit schmeckte nicht säuerlicher, als die vorige. Das Rückbleibsel ist roth, und iäßt sich so schwer überdestilltrcn, daß bey zu schnell, besonders im Anfange, verstärktem Feuer, die ganze Misse, wie beym Honig, heftig übersteigt, und eine nicht hinlänglich starke oder ge« räumige Retorte zersprengt: doch mit gehöriger Vorsicht treibt man bey heftigerem Feuer allen Spiritus und die rochen Dämpfe gänzlich, und so lange über, bis sich weiter keine derselben zeigen. Das etwas

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aschfarbige Rückbleibsel zerfällt an der Luft; sein bit-
trer, etwas herber Geschmack hängt von einigen figir» , .
len Salztheilen ab, deren doch wenige, bey dem
nicht merklich vermehrten Gewichte des Kalkes, seyn
müssen. Wenn man mit jenem abgetriebenen starken ^
Salpetergeist, das Rückbleibsel nach der vorigen Art
wieder sättigt, die Hälfte des erwärmten Phlegma
zusetzt, und so wie vorher den Spiritus abzieht, und . »

für sich rectisicirt; so erhält man dadurch einen mehr
veredelten, und zu chemischen Arbeiten bequemern
Spiritus; und vielleicht können forschende Chemisten
durch öftre Wiederholungen mehrere angenehme Er-
scheinungen zu sehen bekommen. *) Ich kohobirte
denselben dreymal; und er schien mir dadurch ölig»
ter (selbst nach dem Gefühle) und reiner zu werden.
Als ich wegen der häufigen Dämpfe in das Lutum
( aus Enweiß und Kalk,) ein kleines Lock stieß; so
sprangen ohngefähr einige Funken an diesen Ort;
und sogleich entzündeten sich diese rothe Dämpfe, und
brannten so lange, bis ich das Lock wieder verstopfte.
Zum Beweise, daß jene rochen Dämpfe öligter und
schwefligter Natur sind "): doch schien mir der

») Wie sehr muß man sich über len veränderten Zustand der Chemie, seit etwa einem halben Jahrhunderte, wundern! Jeder Lehrling der Chemie wild das!l «gegründete in des.wirklich großen Pott'ö Vorschlägen einsehen. Die Salpetersäure wird grißtentheils vom Aalte aufge« nommen, und der übrige Theil kann nicht verändert werden; nur muß sie, iemehrsie mit dem Knlte sich »erbindet, desto mehr an sauren Theilen verlieren, also immer schwächer werden. A.

»») Diese Erscheinung läßt sich aus den jetzt bekannten luMten erklären. A.

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