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Eglofisstein.

xi "IRZBURG.
Druck von Carl Joseph Becker.

, 1864.

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ßie Krankheit, die ältere Aerzte, wie .Robert Whytt, Coindet, Mathey u. A. als Hydrocephalus acutus bezeichnet haben, ist in der Regel nichts als eine Meningitis. Die pathologische Anatomie hat das Verdienst, durch ihre Untersuchungen die Entzündung der

Hirnhäute aufgeklärt und die Symptomen-Complexe der

alten Aerzte, Encephalitis, Hydrops ventriculorum, Hydrocephalus acutus etc. auf Meningitis zurückgeführt zu haben. . '. Im Jahre 1827 beschreibt Guersalnt sen. diese Krankheit .als Meningite granuleuseund von P ap avo i n e rührt der Name Meningite,tuberculeuse her. Grherard, Rufz, Piett, Senn, Constant u. A. haben dieselbe für das kindliche Alter beschrieben und Le Diberd er auch für Erwachsene; ausserdem erschienen noch viele Äbhandlungen über dieselbe. Besonders gute Arbeit über diesen Gegenstand lieferte Legendre und auch in den Werken über Kinderkrankheiten von Rilliet, Barthez und West ist die betreffende Krankheit genau beschrieben. ‘ . Trotzdem Dance, Abercrombie, Rufz durch

die pathologische Anatomie belehrt, die allgemeine tu- '

berculöse Natur der Meningitis hervorheben, sahen doch viele berühmte Autoren die tuberculöse Hirnhautentzün

dung bei Kindern mit dem Anscheine einer blühenden Gesundheit nur für eine Ausnahme an. Rilliet und Barthez dagegen halten diese Fälle für die gewöhnllicbsten und Legendre theilt die tuberkulöse Meningitis in dieser Hinsicht in zwei Formen:

1) Hirnhautentzündung bei dem Anscheine‘nachgesunden und

2) bei pthisischen Kindern.

Die erste und häufigste Form zeichnet sich durch vollkommene Regelmässigkeit in ihren Erscheinungen aus und gibt das erste Zeichen einer verborgenen allgemeinen Tuberkelbildung, während die zweite Form viel Unregelmässigkeit in Bezug auf Anfang, Verlauf

und Dauer der Symptome hat und oft nur bei der Ge

wissheit einer vorgeschrittenen allgemeinen Tuberkulose vermuthet werden kann.‘ Dass diese Krankheit wirklich mit allgemeiner Tuberculose verbunden ist, beweisen die Sectionen der daran verstorbenen Kinder. Guersant nimmt das gleichzeitige Vorkommen von Tuberkeln in andern Organen als sehr häufig an; Piett hat sie unter 78 an Hirnund Hirnhautentzündung verstorbener Kinder 63mal angetroffen. Ebenso istder Bericht von Barrier, Rilliet und Barthez. Legendre hat ein Verzeichniss von 28 Fällen aufgestellt, in welchem er angibt, wie oft gleichzeitig andere Organen von Tuberkelbildung ergriffen waren, worunter es die Lunge allein ausser andern Organcn 27xnal war. Unter Meningitis verstehe ich eine Entzündung der Pia mater, obwohl auch oft das Gehirn daran Theil nimmt und deshalb Meningo‘Encephalitis genannt werden könnte, .da die' Pia mater der häufigste Sitz der Entzündung ist. Wir haben zwei Formen davon.

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Das Produkt der ersten Form ist nach Rokita nsky im Allgemeinen ein gelbes, gelbgrünliches, faserstoifiges, eiteriges Exsudat im Gewebe der Pia mater. Je nach Umständen ist das Produkt nur. an einzelnen Stellen der Pia mater ergossen, bald als ein von einer grossen Menge Serum diluirter, faserstoffiger, graugelblicher oder grün

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rirt oder es ist, arm an Serum als reiner Faserstoffeiter in grosser Menge in der Pia mater vorhanden. In letzterem Falle ist die weiche Hirnhaut besonders verdickt und' leicht vom Gehirn abzuziehen. Dieses Produkt hat

seinen Sitz auf der Ausbreitung der Pia mater über der .

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Gehirn istdabei gewöhnlich mit Ausnahme der Gehirnrinde indiflerent. Diese Form kommt bei jugendlichen kräftigen, nicht tuberculos dyskrasischen Individuen vor und hat selten Hydrocephalus acutus oder Magenerweichung zur Folge. .

Das Produkt der zweiten Form besteht meist zum Theil aus einer graulichen, bisweilen ins gelbliche, matt grünliche schillernden, albuminös-serösen‚ eitrig-serösen Flüssigkeit. Das faserstoflige ‘Exsudat erscheint häufig in Form von grannlirten, knotigen, tuberkulisirenden Gerinnungen. Der Sitz dieser Entzündung ist fast ausschliesslich die Gehirnbasis. Zwischen Pia mater und Arachnoidea innerhalb des beiderseitigen Hilus cerebri vom Chiasma opticnm bis zum Pons und über diesenan die Medulla oblongata ist das Produkt angehäuft. Das faserstofiigo tuberkulisirende Produkt ist oft von dem erstgenannten Exsudat eingehüllt und begleitet die art. und ven. Fossae Sylvii und Corporis callosi.

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