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sentanten des Pandanaceentypus bezeichnen könnte. Krautige, feuchte Standorte bewohnende Pflanzen mit schmalen, grasähnlichen, 2zeilig gestellten Blättern. Gesammt-Inflorescenzen aus kugeligen kopfförmigen Partialinflorescenzen zusammengesetzt, von denen die unteren 91 dieobei-en cf sind. Perianthium aus 3 bis 6 häutigen Blättern bestehend oder fehlend. Staubblätter 3 bis 6. Fruchtknoten 1- bis 3fächrig, jedes Fruchtblatt mit 1 hängenden Samenanlage. Steinfrüchte oder Nüsse.

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Windbestäubung oder Autogamie. Verbreitung der Früchte vielfach durch das Wasser.

Sparganium. Igelkolben, in nördlich-extratrop. Gebieten artenreich, auf der südlichen Halbkugel das neuseeländische S. antipodum.

5. Familie. T/phaceao.1) (Abb. 493, Fig. 1 bis 4.) Krautige Pflanzen, wasserreiche Standorte bewohnend, mit schmalen, 2zeilig gestellten Blättern. Blüten in walzenförmigen, übereinanderstehenden Inflorescenzen, die unteren Q, die oberen tf, anfangs am Grunde der

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Teilinflorescenzen grosse Hochblätter. An Stelle des Perianths haarartige Bildungen. Staubblätter 3, seltener mehr oder weniger. Fruchtknoten l blättrig, mit l Samenanlage. Schliessfrüchte.

Anemophilie. Verbreitung der Früchte durch den Wind.

Fast über die ganze Erde verbreitet. Einzige Gattung: Typha, Rohr- oder Lieschkolben. T. lalifolia, angustijolia.

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6. Familie. Araceae.1) (Abb. 494 und 495.) Krautige ausdauernde Pflanzen mit Rhizomen oder Knollen, mit Haftwurzeln kletternde Pflanzen, Epiphyten, selbst Strauch- bis baumförmig. Vielfach mit relativ

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grossen Blättern. Blüten zwittrig oder eingeschlechtig in einfachen ähren- oder kolbenförmigen Inflorescenzen mit einem grossen Hochblatt (Spatha) am Grunde derselben. Blüten ausserordentlich verschieden gebaut, dimer oder trimer; Perianth vorhanden

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Die Familie gehört, insbesondere in Bezug auf den Blütenbau, zu den allerniannigfaltigsten. In histologischer Hinsicht ist hervorzuheben das Vorkommen von Intercellularbaaren, von Milchsaftschläuchen, von Harzgängen und Gruppen verschleimter Zellen, durchwegs Eigenthümlichkeiten, deren Vorkommen sich bei

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Abb. 495. Araceae. — Fig. 1. Infl. v. Dieffenbachia picta. — Fig. 2. Sauromatum guttatum. — Fig. 3. Hydrorme Bivieri. — Fig. 4. Infi. v. Spathicarpa tagittifolia. — Fig. 6. Infi, von Aritarum probottideum, geöffnet. — Fig. 6. 9 Blüte v. Arisarum vulgare. — Fig. 7 u. 8. Infi. v. Ambronnia Bas.iii, 7 längs durchschn. — Fig. 9. Spruss von Bemusatia vivipara mit veget. Knospen. — Fig. 10. Eine Gruppe solcher Knospen. — Fig. 11 n. 12. Infi. v. Pislia Stratiotet, 11 längs durchschn. — In Fig. 1, 7, 11 bezeichnet a die jj1, b die 9 Blüten. — Fig. 1, 4, 7, 8, 9 nat. Gr., 2 u. 3 verkl., sonst veigr. — Fig. 11 u. 12 nach Engler, 6 nach Schott, sonst Original.

der systematischen Einteilung als sehr verwendbar erwiesen. Die Stämme sind monopodial oder sympodial gebaut, insbesondere letzteres. Bei erdbewohnenden Formen sind knollenförmige Rhizome häufig (Abb. 495, Fig. 2 u. 3). Bei Epiphyten und klimmenden Formen starke Adventivwurzelbildung, nicht selten hiebei Dimorphismus der Wurzeln, die zum Theile als Haftorgane fungieren, zum Theile als Luftwurzeln mit verschiedenen Functionen. Die meisten Luftwuizeln werden bei Berührung mit dein Boden zu Nährwurzeln. Der Uebergang von der terrestrischen zur cpiphytischen Lebensweise lässt sich bei Araceen vielfach sehr schön verfolgen. Blätter von verschiedener Form, häufig breit mit deutlich abgesetzten Stielen, einfach oder + getheilt, bei einzelnen Formen eigenthümlich durchlöchert. Vegetative Vermehrung durch blattbürtige knollige Sprosse bei Amorphophallus bulbifer, Pinellia inberi/era u. a., durch kleine, an eigenen Sprossen entstehende, dann abfallende Knospen bei Remusalia (Abb. 495, Fig. 9 u. 10), Gonatanthtw. Bei den Formen mit Zwitterblüten ist häufig die Inflorescenz durchwegs gleich gebaut, in anderen Fällen endet sie in ein verschieden gebautes steriles Kolbenende (Appendix). Bei den Formen mit eingeschlechtigen Blüten herrscht Monoecie vor, dabei kommt es zu verschiedener Vertheilung der Blüten in einer Inflorescenz, am häufigsten sind die basalen Blüten $, die oberen <$; dazu tritt noch häufig ein steriler Appendix. Complicationen erfährt dann der Blütenstandsbau durch Gruppen verschieden geformter und gestellter steriler Blüten, die mit dem Bestäubungsvorgange zusammenhängen. Ausserordentlich verschieden sind die Functionen (oft combiniert) der Spatha; sie kann ein einfaches Schutzorgan für die Inflorescenz, ein Assimilationsorgan (Acorus), ein Schauapparat (z. B. Anihurlum-Kxiea) sein, sie kann endlich die Inflorescenz + röhrenförmig umgeben und den Insektenbesuch regeln (Ahb. 494, Fig. 1). In dem letzten Falle bildet sie, oft im Vereine mit den erwähnten sterilen Blüten, Fallen für Insekten (besonders Dipteren), deren Anlockung durch Farben und Duftstoffe erfolgt, deren Träger der obere Theil der Spatha, oder der Kolbenappendix oder beide sein können. Die Bestäubung der Araceen mit nicht geschlossener Spatha erfolgt gewiss auch grösstentheils durch Thiere, ist aber wenig untersucht; nach einzelnen Beobachtungen (vgl. z. B. die Bestäubung einer Philodendron-Ait durch Käfer nach Hubbard in Insect. Lif. VII. 1896) ist diesbezüglich noch die Entdeckung überaus merkwürdiger Vorgänge zu erwarten. Keimung der Samen an der Mutterpflanze bei Cryptocoryne (indo-malay.).1) Verbreitung der Samen hauptsächlich durch die fleischigen Früchte verzehrende Vögel; bei vielen, insbesondere Epiphyten, wird dies begünstigt dadurch, dass die kleinen Samen in eine klebrige Masse eingebettet sind, die durch Verschleimung von Geweben im Innern der Früchte entsteht.

System nach A. Engler:

A. Pothoideae. Landpflanzen. Keine Milchsaftschläuche und keine Intercellulartrichome. Blüten zwittrig. — Aconit Calamut, Kalmus (nördl. extratrop.), liefert das medicinisch verwendete „Rhizoma Calami". In Europa, wohin die Pflanze aus Ost-Asien kam, bildet sie infolge gehemmter Pollen- und Samenanlagenbildung keine Früchte. — Grössere Gattungen: JPothoa (Tropen von Asien, Afrika bis Australien), Anthurium (trop. Amerika). Bei der ersterwähnten Gattung nicht selten flächig verbreiterte Blattstiele oder Nischenblätter. Viele Anthurium-Arten Zierpflanzen der Glashäuser mit schön gefärbten Spathen oder prächtigen Blättern, so A. Scherzerianum, A. Anireanum, A. Lindenianum u. a. mit vielen Formen und Hybriden.

B. Monsteroideae. Landpflanzen. Keine Milchsaftschläuche. Intercellulartrichome. Blüten zwittrig. — Moneiera delicioaa (trop. Amerika) mit durchlöcherten Blättern, wird sahr häufig (unter dem Namen „ Philodindron. pertumm71) als Zierpflanze eultiviert. Die Früchte werden als Obst verwendet. — Spathiphyllum (trop. Amerika).

C. Calloideac. Land- oder Sumpfpflanzen. Gerade Milchsaftschläuche in den Gefässbündeln. Blüten meist zwittrig. — Calla 2>alu»tris. Sumpf bewohnend in Europa, Nord-Asien, Nord-Amerika.

D. Lasioideae. Aehnlich wie C. Meist Knollengewächse, vielfach mit geteilten Blättern. — Hieher mehrere Gattungen mit grossen, oft riesigen Inflorescenzen, mit nur einem alljährlich zu Entwicklung kommenden, allerdings sehr grossen

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