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Den Manen des Helden, der in so mancher Schlacht die österreichischen Waffen zu Sieg und Nuhm geführt, und dessen Verlust Kaiser und Vaterland gleich tief empfinden, sind die nachfolgenden Blätter geweiht.

Nur große Zeiten gebären große Männer. Unter legtere zählt der Verstorbene mit vollem Recht. Er reihet sich den größten Kriegshelden Desterreichs, die vor ihm gewesen sind, würdig an, und behauptet eine der ersten Stellen unter jenen, die den uralt österreichischen Kriegsruhm weit hinaustrugen über die Marken der Monarchie, und ihm die gebührende Geltung verschafften, selbst in den fernsten Zonen.

Das Leben und Wirken des Dahingeschiedenen fällt in eine der bedeutungsreichsten Epochen. Nur wenige Jahre nach dem Sclusie des siebenjährigen Krieges geboren, und aufgewachsen in einer schweren Zeit, ein Schüler und Bewunderer des gelehrten Laci), ein Liebling des tapfern Loudon, war er Einer der legten jener Krieger, die noch gegen die Türken gefochten, machte sämmtliche Revolutionsfeldzüge mit, und stand, ausge= rüstet mit den reichsten Erfahrungen, bereits an hervorragender Stelle, als die Befreiungskriege ihren Anfang nahmen.

Keinem hatte die Vorsehung eine erhabenere Mission überwiesen. Keinem war es so wie ihm vergönnt, dem Dienste seines Kaisers 72 volle Jahre zu weihen, und feiner hat als ein fast lebensmüder Greis noch Heere befehligt, um den Treubruch zu strafen und rebellische Länder wieder zur Ordnung zurück zu führen.

Groß an Geist, erhaben an Sinnesart, unerreicht fast an Milde und Wohlthätigkeit, kurz eine

kaum zuvor dagewesene Persönlichkeit, hat er gewaltet nicht wie ein mächtiger Kriegsfürst, sondern wie sein edles Herz es ihm eingab, wie nur Er zu vergeben und zu vergessen wußte. Er hat der erstaunten Welt gezeigt, daß mitten unter Parteihaß und unwürdigen Anfechtungen der wahrhaft große Mann jederzeit groß bleibe, so wie daß ein durch ihn ausgebildetes und geleitetes Heer, als Träger jedweder Soldatentugend, seinem Kriegsherrn bis zum lezten Lebenshaude jene treue Opferwilligkeit zu bewahren wisse, die zu allen Zeiten das ungeschmälerte Erbtheil des österreichischen Soldaten gewesen ist, und das, von seinem Geist durchglüht, frisch und gesund wie es war, blos und allein in der Einheit und Einigkeit die Aufforderung zu großen Thaten gefunden hat. Nur in seinem Lager war Desterreich,“ wie der vaterländisce Barde 1o herrlich singt. llind dieses Heer stand fest und unerschüttert auch in trüber Zeit. Es verlor sein hohes Ziel nimmer aus den Augen, und fühlte sich gehoben und beglückt im

Bewußtseyn innerer Kraft und im Beifall seines Naisers.

Der Dahingeschiedene verstand es meisterhaft einzugreifen in die Begebenheiten der Zeit, mit sicherem Blick und fester Hand. Was er einmal für recht erkannt, davon ließ er nimmer ab. Nur bei solchen Gesinnungen war es möglich, daß er eine Revolution bändigte, welche den erhabenen Kaiserthron mächtig erschüttert und das Vaterland gegen den Rand des Abgrundes gedrängt hatte. Er war es, welcher einem schmachvollen Frieden widerstrebend, inverrückt festhielt an der Integrität der Monarchie. Sein Simen und Tracten war ausschließend auf den Ruhm und die Wohlfahrt seines Landes gerichtet. Sein erhabener Patriotismus sprach sich bei jeder Gelegenheit aus. Seine Treue und Verehrung für das Naiserhaus offenbarte jich in jedem Vorschlag, in jeder Handlung seiner langen Diensteslaufbahn.

Der Feldmarschall Radek ky hat den Thron jeines jungen Kaisers und Herrn auf neuen und mächtigen Grundlagen errichtet und wesentlich gekräftigt, indem er selben in einer eben so treuen als tapfern Armee jene mächtigen Stüßen schuf, welche ihn allen Stürmen kommender Zeiten troßen lassen.

Groß und erhaben im Rath wie am Tage der Schlacht, war er eine antike Größe, die zur Bewunderung und Nachahmung hinreißt. Und als die ihm von Gott übertragene Mission erfüllt war, und er die Segnungen noch erblickt hatte, die seines gütigen Kaisers milde Hand über die ihm von der Vorsehung anvertrauten Millionen verbreitete, stieg er, ein ungewöhnlich hochbetagter Greis, als dieses Kaisers treuester Diener, als Desterreichs erster und ältester Soldat, umstrahlt von unvergänglichem Kriegsruhm, in die Gruft.

Die Radegky - Literatur ist bereits von ziemlichem Umfang, entbehrt aber nichts desto weniger noch immer der Vollständigkeit und Genauigkeit.

Was wir hier bieten, trägt den Stempel der Authenticität. Denn der Verblichene hat uns

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