nutz, keine Lust zu Veränderungen, keine Rache beseelt ihn; er sucht nichts als die Freyheit bis zu ihren alten Grenzen wie» der zu erweitern, und sucht es durch die allergelindesten Mittel, und wann diese nicht anschlagen sollten, durch die allervor» sichtigste Gewalt. Düeret ist das volle kommne Gegenthcil. Haß und Blutdurst sind seine Lugenden, und Tollkühnheit sein ganzes Verdienst.

Sie werden leicht seh«, können, daß in tiescn Charakteren der Knoten des Stücks gegründet ist. Henzi und seine Freunde kennen den Düeret, verabscheuen ihn und suchen sich auf alle mögliche Art von ihm zu trennen. Dieser aber will stlbst Oben haupt seyn, und sucht den Henzi verdäch/ tig zu machen, wozu er sich des Umstande» mit dem Weimer bedient. Setzen Sie nunmehr, daß ihn dieses nicht gelingt, und

daß

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daß man ihm völlig vor den Kopf stößt so ist nach seiner Gemüthsart nichts natürlicher, als daß er selbst seine Mitverschwornen verräth, und sich aus der Schlinge zu liehen sucht. Cs liegt wenig oder nichts daran, ob die Entdeckung wirklich so zn gegangen, und ob Werm-er erst an dem Tage der Entdeckung an dem Geheimnisse Theil genommen; genug das beydes seyn könnte, und die Hauptsache darunter nicht» leidet. Diese Entdeckung würde ich zu Ende des dritten Aufzuges vor sich gehen lassen, so daß sich die Charaktere der Gegenparthe« erst in den beyden leztern entwickelten. Ich würde Steigern sich Henzis eben so eifrig annehmen lassen, als sich Henzi Steigers annimmt. Ich würde nur gewisse Glieder auf eine blutige Bestrafung dringen, nnd diese ohne jenes Vorwissen in der Geschwindigkeit geschehen lassen -,

Ei

Es thut mit leid, daß mir die Zeit nicht erlauben will, umständlicher zu seyn. Doch ich glaube nicht einmal, daß es nöthig ist. Halb so viel würde schon zureichend genw stn seyu, Ihnen meine Einrichtung zu ent, decken, und weiter habe ich nichts gewollt, leben Eie wohl. Icy bin :c.

Drey und zwanzigster Brief.

An ebendenselben.

Wahrhaftig, mein Herr, Sie haben meine Gedanken so vortressich gefaßt, oder vielmehr Sic haben sie so vortrefiich uerbessert, daß ich nichts mehr wünschte, als daß es Ihnen.gefallen möchte, sie völlig «ls die ihrigen zu betrachten, und.nach

den

^ZSiN^Vl 187 ^ÄM^iNiNl

denselben ein Werk zu vollführen, welches meinen Schultern beynah» zu schwer ist. Ein Lied, ein kleines Lied von Lieb nnd Wein, o wie viel leichter ist das! Es geht mir wie es dem Ovid ging, ohne sonst mit ihm viel ähnliches zu haben

Hier haben Sie alles, was ich noch aus, ser dem ersten Aufzuge gemacht habe, und was Sie etwa brauchen können. Streichen Sie aus und verbessern Sie, was Ihneu nicht gefallt; seyen sie hinzu, was Ihnen beliebt. Wann sie das Stück zu Stande bringen, so werde ich keinen grössern Antheil daran haben, als an einer

schöne»

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schönen Bildseule derjenige hat, welche r den Marmor dazu gebrochen., Leben Sit wohl!

Andrer Aufzug.

Erster Auftritt.

Dücttt, Fuetter, Richard, wvß.

D n c r e t.

Kommt Freunde! Uns vereint gemein

schastliche Rache. Kämpft, wann ihr kämpft, für Bern, doch

auch für eure Sache. Der Tag ist endlich da. Und wär

er schon vorbey! Und stürzte Nacht und Tod die lange Tp

ranney! Ich seh gerechte Scham durch eure Man

gen dringen.

Doch

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