Theorien der Organisation: die Rückkehr der Gesellschaft

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Günther Ortmann, Jörg Sydow, Klaus Türk
Westdeutscher Verlag, 1997 - Organisationstheorie - 661 pages
Organisation, Strukturation, Gesellschaft Die Rückkehr der Gesellschaft in die Organisationstheorie Günther Ortmann,]ö"rg Sydow, Klaus Türk 1. Organisation und Gesellschaft "In einem sehr realen Sinne ist der Leiter oder Vorgesetzte nur ein Busfahrer, dessen Passagiere ihn verlassen werden, wenn er sie nicht in die gewünschte Richtung fährt. Sie lassen ihm nur wenig Entscheidungsfreiheit über den Weg, den er fahren muß" (Simon 1951a, S. 134; Übers. und Hervorh. d. Verf.). Diese un scheinbaren und gerade in ihrer Unscheinbarkeit so eingängigen Zeilen aus einem berühmten Buch-, Administrative Behavior" des Nobelpreisträgers für Wtrt schaftswissenschaften, Herbert A. Sirnon - erklären das Geschehen in Organisa tionen zu einer Sache der "Entscheidungsfreiheit" ihrer Mitglieder. Es läßt sich an ihnen die immer wieder einmal geübte Kritik an einer Organisationstheorie er läutern, in der Macht, Herrschaft und ökonomische Zwänge nur eine, gelinde gesagt, unterbelichtete Rolle spielen (Krupp 1961; Prewo et al. 1973, S. 241 ff. ; Ortmann 1976; Kudera 1979; Kieser/Kubicek 1978, S. 58 ff.). Denn es gilt: "Die Begriffe sind blind gegen den Unterschied zwischen einem Fahrgast, der den Bus verläßt, wenn der in die falsche Richtung fährt, und einem SSjährigen Arbeiter, der im Betrieb nicht aufmuckt, weil für ihn 'Aussteigen' doch wohl eine andere Bedeutung hat" (Ortmann 1976, S. 46). Die Organisation figuriert in Simons bedeutsamer Metapher als ein Vehikel zur Erreichung der Ziele ihrer "Passagiere". Das ist, machen wir uns nichts vor, in zumindest engster Tuchfühlung zu unser aller, durch Reflexion nur sehr schwer hintergehbarem Alltagsverständnis von Organisationen formuliert.

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