Briefwechsel Über Die Motorischen Nerven

Front Cover
BoD – Books on Demand, 2013 - 236 pages
"Das Bewusstseinserlebnis des sich willkürlich Bewegens ist für jedermann das allerselbstverständlichste. Dennoch ist die Bewegungsfähigkeit des Holzklotzes und die Motilität des Menschen von grundsätzlich gleicher Art; die Annahme des Gegenteils wäre luziferische Anmaßung. Die erlebte Willkür ist kein physikalisches Agens. Es kann auf Grund der Belehrung Rudolf Steiners nur gesagt werden: Indem die Meier und Müller die Teilnahme ihres Ich an den Bewegungen erleben, kann auch das Bewusstseinserlebnis des sich willkürlich Bewegens auftreten. Es steht eben zur Aufgabe, dahinter zu kommen, dass es zur Führung unseres Daseins notwendige Illusionen geben muss, damit wir als die Bewohner unseres Körpers, den wir nicht ohne weiteres mit unserem 'Ich' zu identifizieren haben, moralische Wesen sein können." In Form eines sozial-existentiellen "Experimentes" - im Briefwechsel mit dem anthroposophischen Arzt Gerhard Kienle - legt Karl Ballmer dar, "dass und wie die These Rudolf Steiners: "es gibt keine 'motorischen' Nerven" der Angelpunkt seiner Gesamtweltanschauung ist." Die Neuausgabe des Briefwechsels ist durch ergänzende Materialien aus Ballmers Nachlass sowie zahlreiche Erläuterungen erweitert. Einen ausführlichen inhaltlichen Kommentar bietet das begleitend im selben Verlag erschienene Buch von Peter Wyssling: Rudolf Steiners Kampf gegen die motorischen Nerven - Das Schicksal einer Weltanschauungsentscheidung in Karl Ballmer und Gerhard Kienle.
 

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Contents

Ergänzende Briefe
141
Sonstige Ergänzungen
154
Die Zukunft des deutschen Idealismus 1956
170
Erläuterungen der Herausgeber
197
Copyright

Common terms and phrases

About the author (2013)

Karl Ballmer (1891 in Aarau - 1958 in Lugano) war Maler und Schriftsteller. Er begegnete 1918 Rudolf Steiner. Von dieser Begegnung aus organisiert sich das ganze weitere Leben. Er lebt fur zwei Jahre in Dornach, halt bei dem ersten Hochschulkurs im Oktober 1920 der Aufforderung R. Steiners folgend drei Vortrage uber Kunst und verlasst den Ort Ende 1920, nachdem er im Zusammenhang der massiver werdenden Angiffe gegen Steiner fur diesen offentlich Stellung beziehend die Ruckendeckung der Gesellschaft verliert. Uber Umwege gelangt er nach Hamburg, wo er sich zunachst einem intensiven Studium des Werkes Rudolf Steiners und der zeitgenossischen Philosophie, insbesondere der protestantischen Theologie, unterzieht. Rudolf Steiner ins wissenschaftliche Gesprach zu bringen ist das Ziel, das er mit unvorstellbarem Arbeitsaufwand unter z.T. entbehrungsreichen Lebensbedingungen verfolgt. Nach sieben Jahren des Studiums tritt er im Marz 1928 mit den Rudolf Steiner-Blattern an die Offentlichkeit, sich wendend an diejenigen Menschen, die Willens und fahig sind, das "Ereignis Rudolf Steiner" denkend zu bewaltigen. Drei oder vier Ausgaben erscheinen, das Echo ist gering, Ballmer steht vor dem finanziellen Ruin. Er malt, nimmt zunehmend am kunstlerischen Leben im Hamburg teil. Max Sauerlandt wird sein Forderer. In der letzten Vorlesung 1933 uber moderne Kunst setzt er sich fur Ballmer, der inzwischen Mitglied der Hamburger Sezession geworden ist, nachdrucklich ein. Die Arbeitsverhaltnisse fur Ballmer, der einen zunehmenden geistigen Einfluss auf die Kunstler-Bewegung der Hamburger Sezession zu entfalten beginnt (was z.B. in Bildern Eduard Bargheers deutlich nachzuvollziehen ist), werden jedoch im Hitlerdeutschland immer schwieriger. Seine Lebensgefahrtin Katharina van Cleef ist Judin. 1936 wird ihm Arbeitsverbot ertei

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