Ausgewählte Schriften weiland seiner kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Carl von Oesterreich, Volume 6

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W. Braumüller, 1894 - Austria
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Page 540 - Vergleicht man das Resultat des glücklichsten Krieges" sagt er169) „mit den dazu aufgebotenen Mitteln, so zeigt sich, dass man meistens ein viel Grösseres mit geringerem Aufwand von Kraft auf gelinderen Wegen erreichen könnte." Und an einer anderen Stelle heisst es : „ Der Krieg, sagt man, liegt in der Natur, sowie der Hang zum Bösen. Aber bezeichnet nicht der Sieg im fortwährenden Kampfe über das Böse die Laufbahn des Tugendhaften und sollten wohl die Regenten eine andere gehen? Sollten...
Page 593 - Begriff von Grundsätzen und Pflichten und richtete mein ganzes Streben dahin, diese auf das genaueste nach einem Ideal von Vollkommenheit zu erfüllen, welches für den Menschen unerreichbar ist. Ich unterwarf einer solchen Berechnung alle Gefühle eines unverdorbenen Herzens, welche daher weder geübt, noch in meiner ferneren Laufbahn weiter entwickelt wurden. Längere...
Page 399 - Averte faciem tuam a peccatis meis, et omnes iniquitates meas dele. Cor mundum crea in me, Deus; et spiritum rectum innova in visceribus meis.
Page 152 - Operationen zu tadeln wusste, oder aus überklugen Theoretikern, welche, obwohlen sie nicht einmal ein Detachement anführen konnten, doch Alles besser wissen wollten, oder aus Günstlingen, die sich auf irgend eine Art hinaufgeschwungen hatten.
Page 227 - Unsere Feinde handeln und wir deliberieren?" schrieb er. „Wie kann unsere schwankende, in einem heillosen Kreise von inkohärenten, matten und unbestimmten Entschlüssen sich stets drehende Staatsverwaltung sich mit dem Feuergeist eines einzigen Mannes messen, der mit einem Donnerwort das Schicksal von Europa entscheidet, dessen Gebot alle Mittel bereit stehen und der überall Blößen findet, weil er alle mühsam berechneten Voraussetzungen weit hinter sich läßt? Was können Euer Majestät für...
Page 546 - Der Geist der Zeit gleicht einem mächtigen Strome, man darf ihm weder voraneilen noch hinter ihm zurückbleiben. Die Menschen vermögen weder seinen Lauf umzuwenden noch aufzuhalten. Aber durch Dämme, welche an seinen Ufern angebracht werden, können sie ihm nützliche Wendungen geben oder ihn unschädlich machen.«1...
Page 399 - Cor mundum crea in me, Deus: et spiritum rectum innova in visceribus meis. Ne projicias me a facie tua: et Spiritum Sanctum tuum ne auferas a me.
Page 536 - Besonders Karl scheint an dergleichen Gesprächen eifrig Theil genommen zu haben; wenigstens schrieb er noch nach Jahren die Worte nieder: „Von allen neueren Geschichten studiere ich die französische am liebsten , weil ich in selber von den reinsten bis zu den verdorbensten Sitten, von der wildesten Barbarei bis zu der grössten Ausbildung, von der rohesten Unthat und den feinsten Hofintriguen bis zur reinsten, entschlossensten Aufopferung, bis zur edelmüthigsten Offenheit Alles finde, was die...
Page 571 - Unbemerkt zieht es sich zusammen, ohne dass man weiss woher. Wenn man es entdeckt, sieht man nicht, welche Richtung es nehmen wird. Plötzlich ist es da, zerstört alles durch Sturm, Regen, Hagel, und Feuer, und will schnell weiter, neue Verwüstungen anzurichten.
Page 151 - Das Haupthindernis des österreichischen Kriegswesens war bisher die üble Organisation des Hofkriegsrates. Nicht nur die Bildung einer ordentlichen Armee, selbst die ersten Generale und die siegreichsten Feldzüge wurden dadurch aufgehalten, wovon die Behandlung des großen Wallenstein und meine eigene Beweise sind.

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